Erster Renntag 2019 im Stadtwald

Galopprennen : Bosaccio feiert gelungenes Debüt

Der Hengst siegt beim ersten Start für den neuen Trainer Peter Schiergen.

Die Siege von klaren Favoriten und Außenseitern wechselten sich bei der Grasbahn-Premiere am Sonntag vor 3200 Zuschauern beim „Ladies Day“ auf der Galopprennbahn im Stadtwald ab. Der vor drei Jahren als Derby-Favorit in Hamburg als Achter gescheiterte Hengst Boscaccio gewann beim ersten Start für den neuen Trainer Peter Schiergen aus Köln nach einem besonnenen Ritt seines Sohnes Dennis Schiergen, während der klare 1,4:1-Favorit Poldi’s Liebling in der Endphase restlos schwächelte, beim ersten Start nach langer Verletzungspause auf Platz vier durchs Ziel trudelte. Im ersten Rennen gab es für die 1,6:1-Favoritin Sharoka aus dem Gestüt Röttgen mit Martin Seidl kein Verlieren. Championtrainer Markus Klug kommentierte zufrieden: „Das war ein sehr guter Aufgalopp für das Schwarzgold-Rennen am 22. April in Köln.“

Stall Samt und Seide
freut sich über Rang zwei

Im zweiten Rennen siegte mit der von Maxim Pecheur gerittenen Stute Prairie Moonshine (2,5:1) ebenfalls die Wettfavoritin. Die zehnköpfige Krefelder Besitzergemeinschaft „Stall Samt und Seide“ freute sich in dem Rennen über den zweiten Platz ihrer Stute Panoramica mit Martin Seidl. Es gab 1300 Euro für die Stallgasse, ein Monat Trainingskosten sind wieder gedeckt. Pecheur war mit zwei Siegen der erfolgreichste Reiter des Tages. Mit dem aus den Niederlanden angereisten Wallach Naqdy gelang ihm ein weiterer Volltreffer. Mit elf Siegen führt er die Jockey-Bestenliste an.

Außenseiterin triumphiert
im fünften Rennen

Die größte Überraschung des Tages gelang der 25-jährigen Cecilia Müller aus Neuss. Sie ritt die 18,1:1-Außenseiterin Sulphur zum Sieg im fünften Rennen.

Scheinbar seelenruhig blieb sie mit ihrem Pferd konsequent an der Innenseite, bereitete dem Neusser Trainer Axel Kleinkorres große Freude. Vor fünf Jahren hatte der über die junge Dame gesagt: „Sie ist im Sattel geboren.“

Doch nach ersten Erfolgen kam ein Karriere-Knick, aus dem sie sich derzeit heraus zu kämpfen versucht. Kleinkorres: „Für mich war es mit dem 3:1-Sieg von Werder Bremen in Leverkusen ein sehr guter Tag.“ Kleinkorres erscheint meist mit einem Werder-Emblem an der Kleidung zu den Rennen. In diesem Rennen wurde die Dreierwette nicht getroffen, es gibt einen Jackpot am nächsten Renntag. In der Viererwette traf ein Wetter, kassierte 10 000 Euro.

Im sehr gelungenen Jagdrennen als Finale deklassierte die achtjährige Stute Inferna mit dem Schweden Niclas Loven die Gegner nach 3500 Metern. Der bis zum vorletzten Hindernis führende 1,9:1-Favorit Wutzelmann war klar geschlagen, es blieb Platz vier für den aus Marlow in Mecklenburg-Vorpommern kommenden Wallach.

Die Siegerstute Inferna reiste aus dem Stall von Trainer Adam Sucorzewski in Breslau an. Schon 2016 gewann sie ein Jagdrennen im Stadtwald. Mit Arizona Ranger erreichte das zweite Pferd aus dem von Krefeld rund 850 Kilometer entfernten Breslau den dritten Platz.

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