Eishockey: Die Pinguine bauen Kraft auf

Eishockey : Die Pinguine bauen Kraft auf

Am Montagmorgen hat das Sommertraining für die Eishockeyspieler begonnen. Ein neuer Fitness-Partner soll Erfolg bringen.

Kurz nach elf Uhr am Vormittag. Die laute Musik dröhnt durch die Halle, die Medizinbälle prallen gegen die Wand des Fitnessstudios Factory an der Oberdießemer Straße. Die Athletiktrainer Jörg Bednarzyk und Darko Safner schreiten die Reihen ab. Ihr Blick ist geschärft. Auf die richtige Ausführung kommt es an. Hier, wo eine Gruppe der Krefeld Pinguine ihr Sommertraining begonnen hat, in den Räumen des neuen Partners. Es werden anstrengende 75 Minuten werden für die mehrheitlich deutschen Eishockeyspieler, die in diesen Monaten nicht nach Nordamerika oder sonst wohin in die Heimat geflogen sind, sondern am Standort Krefeld trainieren. Unter der Anleitung professioneller Athletiktrainer.

Die Grundlage gilt es zu legen für eine möglichst lange Saison, die im kommenden Jahr nicht schon im Februar enden soll, sondern vielleicht auch mal bis in den März oder April andauern kann – wenn die Krefelder denn die ersehnten Play-offs erreichen.

Die Spieler absolvieren am Montag erst einmal Rumpf- und Kräftigungsübungen. Die Basis wird aufgebaut. Trainer Jörg Bednarzyk sagt: „Der Rumpf ist das Wichtigste im Leistungssport. Wir wollen jetzt erst einmal Kraft aufbauen, uns einen Überblick verschaffen, um die Trainingspläne zu individualisieren.“ Nach etwa drei Wochen soll die Schnelligkeit und Explosivität dazukommen. „Die Muskeln sind die Rüstung, aber die Mobilität ist sehr wichtig“, sagt Bednarzyk.

Es geht weiter. Klimmzüge, der volle Hebel soll dabei genutzt werden. Man sieht Grimassen und verzerrte Gesichter. Die Übung geht an die Substanz. Der Bizeps von Martin Schymainski wächst unter der Anstrengung. Gut lesbar ist darauf die geschnörkelte Tätowierung „Ruhrpott“. Eine Reminiszenz an seine Heimat. Der Angreifer stammt aus Duisburg. „Es ist gut, dass wir diese Fitnesstrainer haben. Ich kenne die Übungen. Aber gerade für die jungen Spieler ist es gut zu sehen, wie es geht“, sagt der 33-Jährige. Nationalspieler Daniel Pietta hatte sich nach der Saison eine Woche Dubai gegönnt, blieb danach aber im Training, hielt sich fit für eine mögliche WM-Nominierung, die dann aber nicht kam. Er kannte Jörg Bednarzyk, Teammanager Robin Kohl suchte das Gespräch. So kam die Kooperation zustande. „In der Gruppe zu trainieren, puscht noch einmal mehr als alleine. Jörg achtet auf Kleinigkeiten. Diese Details können den Unterschied machen. Unter der professionellen Anleitung bringt es noch ein paar Prozent mehr“, sagt Pietta. Auch Torsten Ankert lobt die Bedingungen: „Die Geräte und die Einrichtung sind sehr cool. Die Trainer machen einen sympathischen Eindruck. Wir sind auf einer Wellenlänge.“ Ankert hat seine Knieverletzung auskuriert, kann wieder Gas geben.

Bis auf Niklas Postel und Laurin Braun sind alle deutschen Spieler dabei. Auch Chad Costello macht mit. Der Amerikaner wird bald erneut Vater, seine Frau ist schwanger. Das Paar bleibt daher in Krefeld. Der Kanadier Jeremy Welsh, am Sonntag verpflichtet, befindet sich derweil noch im afrikanischen Dschungel. In Uganda beobachtet er Schimpansen. Welsh ist bekannt für seine ausgefallenen Urlaubsfahrten. Auch Arturs Kruminsch, der sein Krebsleiden überstanden hat, gehört der Trainingsgruppe an. Bis spätestens 28. Juli soll die gesamte Mannschaft wieder zusammen sein.

Am 3. August steigt die Saisoneröffnung, wie Pinguine-Sprecherin Katharina Schneider-Bodien sagt. Pinguine-Trainer Brandon Reid ist derweil noch in seiner Heimat Montreal. Dort trainiert er aktuell körperbehinderte Eishockeyspieler für kanadische Auswahlteams.

Bis dahin heißt es erstmal: Maximale Anstrengung in Intervallen über kurze Zeiträume. Zur Belohnung nach den kräftezehrenden Übungen gibt es am Ende für das Team noch eine Runde Fußballtennis in der Halle. Ein bisschen Spaß muss eben auch sein.

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