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Ein Leben für die Bundesliga-Karriere

Ein Leben für die Bundesliga-Karriere

Hendrik Sauter (15) aus Krefeld spielt in der U16 von Schalke 04. Mit viel Zeitaufwand trainiert er wie ein Profi.

Krefeld. „Mamas Essen wird mir auf jeden Fall fehlen“, antwortet Hendrik Sauter auf die Frage, was er vermissen wird, wenn er ab der Saison 2013/14 beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht. Hendrik ist 15, Jahrgang 1998, und wird in Zukunft unter der Woche nur noch abends und nachts zu Hause sein. Den restlichen Tag wird der Torhüter in Gelsenkirchen verbringen, seiner neuen Zweitheimat, seiner Fußballheimat.

Um sieben Uhr in der Früh steht dann in Krefeld vor dem Haus der Sauters der Fahrdienst. Dann startet Hendrik, der bei Schalke das Tor der U16-Junioren hüten wird, in seinen Tag. Eine Stunde später beginnt die Schule. Wenn für die anderen Schüler der erste Pausengong ertönt, geht es für den Nachwuchstorhüter auf den Trainingsplatz, Fußball statt Pausenbrot. Da das Training länger dauert als die Pause, muss der Unterrichtsstoff nachgeholt werden.

Für den 15-Jährigen bedeutet das mehr Nachmittagsunterricht und weniger Freizeit. Täglich bleiben dem Teenager nur etwa 90 Minuten, um abzuschalten oder anderen Aktivitäten nach zu gehen. Denn vor der Rückreise nach Krefeld wird noch einmal trainiert. Ein bis zu zwei Einheiten stehen pro Tag auf dem Programm, „außer mittwochs, da ist kein Training“, sagt Hendrik nach seinen Gesprächen mit den Verantwortlichen des Reviervereins.

Positiver Nebeneffekt des Wechsels: Für sein Hobby bekommt er ein „gutes Taschengeld“, wie er selbst sagt. Für Hendrik, der in der kommenden Saison nur die Samstage komplett in Krefeld verbringen wird, ist es bereits der zwei Wechsel in Folge. Erst zur vergangenen Saison heuerte der Keeper bei Fortuna Düsseldorf an. Nach acht Jahren bei Preussen Krefeld wagte der Spieler der Niederrhein-Auswahl den Sprung zur Fortuna. Bei den Preussen spielte Hendrik in seiner letzten Saison als eigentlicher C-Junioren Spieler bereits in der U17 mit und fiel immer wieder durch sein Talent auf: „Hendrik hat schon früh Bewegungsabläufe drauf gehabt, die man nicht beibringen kann und die andere nie erlernen würden“, erinnert sich Jonas Schüler, sein Trainer beim KTSV und fügt hinzu: „Er ist super ehrgeizig, er wollte immer trainieren, teilweise haben wir mit ihm alleine Torwarttraining gemacht.“

Sein Ehrgeiz spiegelt sich auch in Aussagen des Keepers wieder: „Ich will immer so viel wie möglich spielen. Dieses Ziel habe ich in Düsseldorf erreicht“. Insgesamt bestritt Hendrik mehr als fünfzehn Partien für die Fortunen. Nun wird also die nächste Herausforderung „mit Freude“ erwartet und diese bei einem der Top-Vereine in Deutschland.

Sollte der junge Nachwuchstorwart mal vor einer Hürde stehen, die er nicht selber überwinden kann, weiß er, dass er auf die Hilfe von seinem Krefelder Spielerberater Marcus Noack zählen kann: „Ich kann mit ihm über alles sprechen und er kann mir bei allem helfen“, sagt Hendrik. Marcus Noack wird sicherlich dafür sorgen, dass sein Schützling seinem großen Traum Bundesliga so nah wie möglich kommt.