Die WM in Deutschland treibt die Handballer durch die Saison

Handball: Amateur-Handballer sind im Terminstress

Heim-WM im Januar wirft ihre Schatten voraus. Spielpläne werden gestrafft.

Für die heimischen Amateur-Handballer läuft die aktuelle Spielzeit im Schweinsgalopp herunter. Denn im Hintergrund läuft der Countdown für die Handball-Weltmeisterschaft unerbittlich. Das nimmt direkten Einfluss auf den Gesamtspielplan. Spätestens wenn die deutsche Nationalmannschaft am 10. Januar in Berlin das 16-tägige Turnier in Deutschland und Dänemark gegen Korea eröffnet, sind die Amateur-Handballer in Vorleistung gegangen. Da der DHB seinen aktiven Spielern die Besuche der WM-Partien in Deutschland ermöglichen will, wurde deren Spielplan gestrafft, zudem eine Spielpause ab den Weihnachtsferien bis zum 26. Januar eingeführt. In den aktuellen Herbst- wie den kommenden Oster-Ferien wurde lediglich das mittlere Wochenende zur spielfreien Zeit erklärt. Davor und danach die fehlenden Spieltage eingebaut.

Königshofs Trainer Sopov
ist gegen lange Pausen

Goran Sopov, Trainer des Regionalligisten Adler Königshof, kommt die Kurzpause entgegen: „Meine neuformierte Mannschaft braucht Spielpraxis, muss ihren Rhythmus finden, da sind längere Pausen hinderlich.“ Denn Sopov will vom Tabellenende weg. Die vermeintlich stabile Abwehr war zuletzt das Problem. Sopov hat alle Hände voll zu tun, war nicht mit dem Glück im Bunde. Denn zu oft fehlten Spieler wegen Krankheiten oder Verletzungen. Nach den bisher gezeigten Leistungen dürfte Königshof bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern.

Mit 352 Toren erzielten Fabian Bednarzik, Gerrit Held und Sebastian Bartmann für den TV Oppum genau die Hälfte aller Tore in der abgelaufenen Oberliga-Saison. Bartmann wechselte nach Königshof, das verbliebene Torjägerduo fehlte aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen in den ersten fünf Spielen. Die Oppumer Angriffsmisere nahm ihren Lauf, nur ein Sieg und ein Remis sind die Ausbeute.

Oppumer besannen sich
auf die alten Tugenden

Noch immer wartet das kritische Heimpublikum auf den ersten Sieg. Doch gerade mit Bednarzik und Held auf dem Feld schaffte Oppum in Wuppertal die Kehrtwende zum zweiten Sieg. Oppum besann sich auf alte Tugenden, wie Kampfgeist und Abwehrstärke, siegte mit 30:26. Nur ein Punkt beträgt der Abstand auf die Abstiegsplätze. Doch mit einem nun breiteren Kader dürfte der Anschluss an das gesicherte Mittelfeld möglich sein.

Kreispokalsieger Turnerschaft Grefrath hat die Nase in der Verbandsliga-Tabelle weit vorn. Mit dem derzeit vierten Platz bestätigt das Team die optimistischen Erwartungen von Trainer Michael Küsters: „Wir hatten ein schweres Auftaktprogramm, haben schon gegen Favorit Hiesfeld gespielt. Wenn wir jetzt auswärts Punkte einsammeln, können wir, Dank unserer Heimstärke uns hinter der Spitzengruppe festsetzen.“

In Tönisvorst ist eine 
Wachablösung möglich

Punktgleich mit Grefrath rangiert die Turnerschaft St. Tönis auf Rang fünf. Trainer Zoran Cutura hat den ehemaligen Abstiegskandidaten wieder in die Spur gebracht. Mit Spannung wird daher das erste Tönisvorster Stadtderby erwartet. Denn der bisher enttäuschende TV Vorst ist dazu am 11. November Gastgeber. Eine Wachablösung scheint möglich, zumal Trainer Dominique Junkers sein Team eher im Abstiegskampf wähnt.

Nur zwölf Mannschaften spielen in der Frauen-Regionalliga. Daher hat der Verband dem überraschenden Spitzenreiter Turnerschaft St. Tönis samt Konkurrenz eine vierwöchige Spielpause verordnet. Trainerin Miriam Heineke kann nach einer verkorksten Vorbereitung das Team weiter aufbauen. Der nächste Prüfstein ist der Tabellendritte aus Wülfrath.