Die Gründe für die HSG-Krise

Die Gründe für die HSG-Krise

Bei den Handballern schrillen nach der Niederlage gegen Longerich die Alarmglocken.

Handball-Drittligist HSG Krefeld steckt tief in der Krise und die hat viele Väter. Denn spätestens nach der 16:23 Niederlage in Köln und dem nur fünften Tabellenplatz mit nicht einkalkulierten 16:8 Punkten, schrillen die Alarmglocken am Glockenspitz. Der angekündigte Abschied von Trainer Olaf Mast, eine, wie in der Vorsaison, immer länger werdende Verletztenliste. Dazu Gerüchte, um den möglichen Interimstrainer ab Januar und den endgültigen Mast-Nachfolger ab nächsten Sommer, sorgen für Diskussionsstoff und bringen Unruhe.

Zudem könnte am Samstag gegen den OHV Aurich, der ebenfalls viele verletzte Spieler beklagt, wieder einmal das fast letzte Aufgebot mit gerade einmal acht bis neun Feldspielern auf dem Platz stehen. Und egal, welche Trainerlösung die beiden Geschäftsführer Thomas Wirtz und Manfred Fothen demnächst aus dem Boden stampfen. Ohne genügend gesunde Spieler sind keine Wunder zu vollbringen. Allein die makellose Heimbilanz von 12:0 Zählern sorgt derzeit noch für ein positives Tabellenbild für die Krefelder. Denn auswärts rissen die Krefelder mit nur 4:8 Punkten keine Bäume aus. Aber die sportliche Misere der ist eindeutig im Rückraum beheimatet, begann mit der schweren Kreuzbandverletzung von Michel Mantsch im zweiten Spiel. Es folgte Linkshänder Maik Schneider mit Schulterverletzung und Armbruch. In Longerich verletzte sich nun mit Henrik Schiffmann, der dritte Rückraumschütze: „Ich habe richtig gespürt, wie sich das Innenband im Knie verschoben hat, die Schmerzen sind schon heftig.“ Als vierter Rückraumangreifer ging in Köln Jonas Vonnahme stark lädiert in die Kabine. Den Fuß hart mit Tape-Band umwickelt, konnte der ehemalige Fredenbecker nur in der Abwehr spielen, einen Sprungversuch wollte der 22-Jährige erst gar nicht wagen. Doch damit nicht genug: Noch gar kein Saisonspiel absolviert hat Rechtsaußen Hannes Hombrink, der bereits seit einem Jahr an einer hartnäckigen Schambeinverletzung laboriert.

Und Abwehrchef Damian Janus zog vor dem Anpfiff in Köln auf die Frage, wann wieder mit ihm zu rechnen sei, nur vielsagend seine verletzte Schulter in die Höhe. Sollten alle sechs Spieler am Samstag ausfallen; blieben wie im Vorjahr, damals schon zum fünften Saisonspiel, eben kaum noch Spieler übrig. Über mögliche zusätzliche Verstärkungen und Ergänzungen sprach Olaf Mast schon vor Wochen mit dem Vorstand. Mögliche Kandidaten waren vorhanden, passten aber damals nicht ins Gehaltsgefüge. Bleibt abzuwarten, wer nun Interimstrainer wird. Denkbar wäre auch eine interne Lösung, mit Kapitän Marcel Görden und Routinier Jens-Peter Reinarz als Spielertrainer. Sie wäre kostenschonend und würde Möglichkeiten für die Verpflichtung neuer Rückraumspieler beinhalten.