Der VfL Tönisberg ist im Aufschwung

Fußball : Der VfL Tönisberg ist im Aufschwung

Neuer Trainer, neuer Platz, neuer Teamgeist. Beim Bezirksligisten läuft es derzeit rund.

Vor nicht allzu langer Zeit hätten die Spieler des VfL Tönisberg bei einem Wetter wie am Sonntag wohl einen ruhigen Nachmittag gehabt. Asche und Rasenplatz gesperrt, Fußballspielen unmöglich. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der neue Kunstrasen, auf dem ab dieser Saison gespielt wird, steht sinnbildlich für den Aufschwung an der Schaephuysener Straße. Nach zwei Jahren räumte Karl-Heinz Himmelmann seine Sachen und ging zum VfR Fischeln. Die Fußstapfen waren groß, doch Neu-Trainer Andreas Weinand füllt diese derzeit perfekt aus. „Es passt zurzeit wie die Faust aufs Auge“, sagt Teammanager Marcus Bister, der Weinand als „ehrgeizig ohne Ende“ beschreibt. Den Beweis liefert der erst 34-jährige Weinand Woche für Woche. Mit dem 7:3-Sieg gegen den SV Straelen II holten die Tönisberger am Sonntag den vierten Sieg in Folge, liegen mittlerweile auf Platz drei der Bezirksliga. Im Anschluss des Kantersieges sagte der Trainer in seiner Manier: „Es war zufriedenstellend, aber die drei Gegentore ärgern mich. Das waren zwei Geschenke.“ Weinand legt die Messlatte gerne hoch.

Trainer Weinand kommt bei
der jungen Mannschaft an

Vor seinem Engagement in Tönisberg trainierte er Jahre lang beim SV Schaephuysen, der anschließend zur Spielvereinigung Rheurdt-Schaephuysen fusionierte. Zunächst einige Jahre die Frauenmannschaft, dann vier Spielzeiten die Herren. Seine neue Herausforderung hieß aber Tönisberg. Mit seinen erst 34 Jahren ist Weinand ein junger Trainer, der mit seiner Art bei der ebenfalls jungen Mannschaft ankommt. „Ich habe die Jungs ein wenig bei der Ehre gepackt. Wir haben einen sehr guten Spirit in der Mannschaft und sie verstehen mehr und mehr, was ich möchte“, sagt Weinand. Teammanager Bister: „Ich glaube, es war ein Findungsprozess, die Mechanismen greifen jetzt immer besser. Die Trainingsbeteiligung ist gut, derzeit macht es einfach richtig Spaß.“

Aus einer kompakten Defensive heraus mit einer stabilen Grundordnung will Weinand agieren. Auf dem Platz bildet Kapitän Kevin Jellessen seinen verlängerten Arm, Führungsspieler wie Niklas Jahny, der in jungen Jahren schon in der Oberliga gespielt hat, sind das Bindeglied einer stabilen Defensive und einer effizienten Offensive. Dass es derzeit so gut läuft, überrascht auch Weinand selbst. Personell sind die Tönisberger schon seit längerer Zeit arg gebeutelt. Der Vorteil: Über die letzten Wochen hat sich mehr und mehr eine Stammelf herausgebildet, die eingespielt wirkt. „Ich bin gespannt, wie es wird, wenn der Konkurrenzkampf wieder größer wird“, sagt Weinand. Der vorläufige Höhepunkt folgt nun am Sonntag. Der Tabellenzweite SF Broekhuysen kommt. Zusammen mit Wachtendonk-Wankum sind sie das Top-Team der Liga, haben bereits fünf Punkte mehr auf dem Konto als Tönisberg. Doch im fünften Jahr in der Bezirksliga möchte bei den Bergern noch keiner den Blick nach oben wagen. Weinand: „Wachtendonk und Broekhuysen sind die qualitativ besten Mannschaften. Die Zeit, um Ansprüche zu stellen, wird bei uns erst noch kommen.“

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