Der Stürmer geht am Donnerstag beim Deutschland-Cup an den Start.

Eishockey: Piettas Vorfreude auf den Olympiasieger

Der Stürmer der Pinguine steht ab Donnerstag für die Nationalmannschaft beim Deutschland Cup auf dem Eis.

Mit rund 30 Minuten Verspätung und in eine schwarz-rot-goldene Trainingsjacke der deutschen Eishockeynationalmannschaft gehüllt, hat Daniel Pietta am Mittwoch das Podium im Traarer Mercure Hotel betreten. Der Wirbel um den Abgang von Bundestrainer Marco Sturm hatte den Stürmer der Krefeld Pinguine ein Stück weit zum Statisten bei der Pressekonferenz vor dem am Donnerstag beginnenden Deutschland Cup degradiert. Kein Problem für den 31-Jährigen, der viel lieber Taten auf dem Eis sprechen lässt, als die Fragen einer Medienmeute zu beantworten.

Ein kurzes Wiedersehen mit
den Teamkollegen an der Bar

Einem kurzen Statement zu seinem Heimturnier im Trikot der Nationalmannschaft – „Ich freue mich darauf, mit dem Adler auf der Brust in Krefeld vor Freunden und Familie aufzulaufen“ – folgte ein kurzes TV-Interview, bevor die Teamkollegen an der Bar des Landhotels begrüßt wurden. Viel Wiedersehenszeit blieb den Silberhelden der Olympischen Winterspiele von Südkorea nicht. Sturms Abgang, der nach dem Deutschland Cup als Co-Trainer zu den Los Angeles Kings in die NHL wechselt, hat auch das Team überrascht. Somit sind die Tage in Krefeld eng getaktet.

Sturms Abschiedsvorstellung soll möglichst erfolgreich enden. Der Ländervergleich mit der Schweiz, der Slowakei und Russland wird zur Abschiedsvorstellung für den Bundestrainer. „Mehr brauch ich nicht“, betonte Sturm, der bereits am Montag in die USA reist, um am Dienstag erstmals an der Bande seines neuen Teams zu stehen. Doch noch ist das NHL-Abenteuer für Sturm Zukunftsmusik. Die Gegenwart heißt Russland. Der Goldmedaillengewinner von Pyeongchang ist der Auftaktgegner der DEB-Auswahl am Donnerstag. Die Partie birgt Brisanz. „Die Russen haben viele Fans in NRW. Die Stimmung in der Halle wird gut sein“, so Pietta. Der DEB  erwartet an den drei Turniertagen über 30 000 Besucher in Krefeld, wo das Turnier in den kommenden drei Jahren ausgetragen wird.

Das Turnier kommt im neuen Modus her, erstmals wird es während des Cups einen freien Tag (Freitag) für die Sportler geben. Eishockey zum Anfassen soll das Turnier verkörpern. An den Spieltagen selbst  werden deshalb Autogrammstunden im König-Palast angeboten, zudem gibt es am Freitag eine öffentliche Trainingseinheit an der Westparkstraße.

Ein gewohnter Platz in der Kabine und ein Trikot für den Junior

Für Pietta gewohntes Terrain. „Ich denke, dass ich auch meinen Platz in der Kabine behalte“, scherzt der Lokalmatador. Pläne für den freien Tag gebe es indes noch nicht. „Mal schauen, was ansteht.“ Die Kartennachfrage vor dem Turnier ist auf jeden Fall enorm, wie der 31-Jähriger berichtet. Auch Piettas Sohn Henry wird voraussichtlich das Heimturnier besuchen. Ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft soll dann für den Sprössling auch besorgt werden.

Auch Ex-Nationalspieler und Pinguin Christian Ehrhoff wird sich den Deutschland Cup nicht entgehen lassen. „Ich schaue die Partien am Donnerstag an“, erklärte der ehemalige NHL-Spieler, der sich am vergangenen Wochenende in das Goldene Buch seiner Geburtsstadt Moers eintragen durfte. Ein Kandidat auf den Posten als Bundestrainers ist Ehrhoff indes nicht.

Auf die Frage, ob der DEB sich nach Marco Sturm erneut einen Übungsleiter vorstellen könne, der zuvor keine Erfahrung an der Bande sammeln konnte, entgegnete DEB-Präsident Franz Reindl klar: „Nein, das war damals mutig. Aber das werden wir nicht noch einmal probieren.“

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