Das waren die Highlights und Enttäuschungen bei den Handballern in der Hinrunde

Handball: St. Töniser überraschen in der Hinrunde

Im Sommer retteten sich die Handballer in der Abstiegsrelegation – jetzt passt alles.

Die Weltmeisterschaft klopft an die Tür – Deutschland stimmt sich auf die Heim-WM im Handball ein. Daher haben die Clubs am Niederrhein wie überall im Land eine längere Winterpause – bis zum 25. Januar. Zeit genug, die Hinrunde Revue passieren zu lassen.

Trainer Zoran Cutura: „Wir
können uns noch steigern“

Die Turnerschaft St. Tönis ist der große Gewinner nach Abschluss der Serie. Das Team von Trainer Zoran Cutura, das im Mai per Abstiegsrelegation den Klassenerhalt sicherte, ist wegen des besseren direkten Vergleichs Tabellenzweiter vor dem punktgleichen TV Kapellen. Cutura ist begeistert: „Ich muss meine Spieler loben, weil sie alles prima umsetzen. Selbst den Verlust von Stammspieler Yannick Sinnecker, der wegen eines entfernten Studienplatzes mitten in der Hinrunde aufhörte, haben wir weggesteckt.“

St. Tönis schwimmt auf einer Erfolgswelle, holte aus den letzten sechs Spielen zwölf Punkte, ist vor eigenem Publikum in sieben Spielen ungeschlagen und dürfte im Kampf um die Meisterschaft ein Wort mitsprechen. Cutura sagt: „Absolut positiv ist, wie viele Torchancen meine Mannschaft produziert. Wir können uns noch steigern, doch der Aufwärtstrend ist unübersehbar.“ In Florian Steffens holte St. Tönis einen wuchtigen Kreisläufer, der im Angriff wie in der Abwehr die Erwartungen erfüllt.

Und der Ex-Königshofer Kai Wingert füllt die Rolle als Spielgestalter bestens aus, hat trotz des Positionswechsels an Torgefährlichkeit nichts eingebüßt, ist mit 85 Treffern viertbester Torschütze der Liga. Ebenfalls begeistert zeigt sich Cutura von Matthias Löcher, der im Rückraum mit 51 Toren zu den Leistungsträgern zählt. Cutura hat für den Aufschwung eine einfache Erklärung: „Meine Mannschaft ist topfit, hatte eine gute Vorbereitung, das allein war sechs Punkte wert, weil wir konditionell nicht nachlassen.“ Für die lange WM-Pause hat der Turnerschafts-Trainer klare Vorstellungen: „Bis 3. Januar können die Spieler sich erholen und Kraft tanken. Dann stehen für den Kader der ersten und zweiten Mannschaft vier Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm.“

Ist bei Regionalligist Adler Königshof die Wende möglich?

Regionalligist Adler Königshof ist als Tabellenletzter der große Verlierer der Hinrunde. Das neu formierte Team holte erst sechs Punkte, kassierte auswärts ausnahmslos Niederlagen. Trainer Goran Sopov zog die Konsequenzen: „Mit zehn Punkten hätte ich uns im Soll gesehen, aber sechs sind zu wenig, um die Liga zu halten. Ich konnte die Mannschaft nicht mehr erreichen. Die Zeit läuft davon, der Druck wird immer höher.“ Der Königshofer Vorstand entließ Sopov, weil er die Herkulesaufgabe nicht erfüllte. Im Sommer hatten die Adler-Verantwortlichen die komplette erste Mannschaft samt Trainer ausgewechselt. Sopov sollte einen komplett neuen Kader zu einer Mannschaft formen.

Manche spielten im Frühjahr noch in der fünften oder sechsten Liga. Doch der Versuch scheiterte, die Spieler waren nie ein Team. Lediglich beim Sieg über den Tabellenzweiten Dinslaken gab es einen Lichtblick. Selbst im Tabellenkeller ist die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt groß. Mindestens fünf weitere Teams scheinen neben den Adlern gefährdet. Doch nun muss erst einmal ein Nachfolger gefunden werden.

Erstes Ziel: Die Abwehr muss stabilisiert werden. Und im Angriff fehlt es den Königshofern an Durchschlagskraft. Denn Dejan Pavlov mit 56 und Sebastian Bartmann mit nur 54 Toren sind als beste Torschützen weit entfernt von den Top-Ten-Plätzen der besten Schützen in der Regionalliga. Zum Start der Rückrunde gastiert Adler am 26. Januar gleich beim Tabellenzweiten Opladen. Dann ist der Sopov-Nachfolger gleich gefordert.