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KFC Uerdingen: Christopher Schorch: Ein Königlicher für den KFC

KFC Uerdingen : Christopher Schorch: Ein Königlicher für den KFC

Der Uerdinger Neuzugang Christopher Schorch spielte einst auch für Real Madrid.

Krefeld. Als der KFC Uerdingen Anfang Mai einen weiteren Zugang präsentierte, staunten die Beobachter nicht schlecht. Der Name Christopher Schorch weckt die eine oder andere Erinnerung — und klingt dabei auch immer ein bisschen nach dem ganz großen Fußball. Immerhin hatte es der heute 28-Jährige aus Halle an der Saale einmal beinahe in die erste Mannschaft von Real Madrid geschafft. Vor zehn Jahren folgte er dem Ruf des damaligen Real-Trainers Bernd Schuster in die spanische Hauptstadt. Ein Jahr zuvor war er gerade bei der Berliner Hertha in den Profikader aufgestiegen.

Er galt als eines der größten deutschen Talente. Ein Versprechen. Am 23. Februar 2007 absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel. Dann ging es im Sommer ganz schnell. Zwei Jahre spielte er in der zweiten Mannschaft der Königlichen, trainierte unter der Woche bei den Profis mit, doch eine Verletzung warf ihn irgendwann zurück. Die Erinnerungen an die Begegnungen im Training mit Größen wie Guti, Ramos oder Real-Legende Raul bleiben jedoch lebendig. Schorch sagt: „Ich habe überall etwas gelernt. Die Zeit bei Real hat mich auch menschlich enorm weitergebracht.“

Als Schuster Madrid verlassen musste, sah Schorch bei den Königlichen auch seine Felle davon schwimmen. Er habe keine Lobby mehr gehabt, sagte er einmal. Weiter geht es beim Bundesligisten 1. FC Köln, doch die Karriere des Verteidigers aus Halle ist auch gezeichnet von schweren Verletzungen. Kreuzbandriss, Riss der Patellasehne, ein Beinbruch in seiner Zeit bei der Hertha. Schorch hat als langjähriger und hochklassiger Spieler die Gipfel und Täler des Business kennengelernt. Ans Aufhören habe er allerdings nie gedacht: „Ich liebe den Fußball zu sehr, auch wenn er manchmal weh tut nach Abstiegen oder Niederlagen.“

Zuletzt hießen seine Stationen Energie Cottbus, VfL Bochum II, MSV Duisburg und FSV Frankfurt in der 3. Liga. Schorch ist immer noch im besten Fußballer-Alter. Was hat ihn nun motiviert, zum Regionalliga-Aufsteiger KFC Uerdingen zu wechseln: „Der KFC ist an mich herangetreten, hat sein Konzept vorgestellt. Ich fand es sehr interessant. Ich habe das Bemühen gespürt und möchte hier langfristig helfen, etwas aufzubauen, und nicht irgendwo anders einen Einjahresvertrag unterschreiben.“ Es ist das Gefühl, hier gebraucht zu werden. In Krefeld sieht er sich gut aufgehoben.

Seit wenigen Wochen lebt er schon in der Stadt. Er erzählt, wie die Leute ihn auf der Straße ansprechen, sie grüßen ihn, sie heißen ihn willkommen. „Das ist ein schönes Gefühl. Es macht Spaß“, sagt der 28-Jährige.

Schorch soll nun dabei helfen, den Aufsteiger binnen zwei Jahren in die 3. Liga zu heben — und vielleicht später noch weiter hinaus. Der frühere Profi sagt zu den Zielen: „Wir sind ein Aufsteiger. Wir müssen uns erst finden, zu einer Einheit werden. Dann werden wir von Spiel zu Spiel sehen, was möglich ist. Wohin der Weg schließlich führt, weiß keiner.“

Sein Trainer Michael Wiesinger plant Schorch, der auch schon als Außenverteidiger gespielt hat, als Innenverteidiger ein. Er erwartet vom einstigen Bundesligaspieler auch Demut: „Es wird darum gehen, dass er seine Persönlichkeit einbringt. Er muss die Regionalliga auch mental annehmen.“