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Cheftrainer Robin Rösch verlässt den Crefelder HTC

Hockey : Cheftrainer Robin Rösch verlässt den Crefelder HTC

Der sportliche Leiter der Hockeyabteilung sucht eine neue Herausforderung. Der Betrieb der Bundesliga bleibt bis zum 31. Juli ausgesetzt.

In der sportarmen Corona-Zeit überrascht Robin Rösch den Crefelder HTC mit einer Hiobsbotschaft. Der Trainer des Herren-Bundesligisten, der zugleich auch sportlicher Leiter der Hockeyabteilung des CHTC ist, wird den Stadtwaldclub zum Saisonende verlassen. „Durch den Lockdown hatte ich in den letzten Wochen viel Zeit zum Nachdenken. Am Schluss dieses Prozesses stand die Erkenntnis, dass es mit fast 50 Jahren noch einmal Zeit wäre, eine neue Herausforderung anzustreben und neue berufliche Möglichkeiten zu suchen“, erklärt Rösch die Gründe für seine Entscheidung.

Nahezu zehn Jahre ist der 49-Jährige nun für den CHTC tätig. Rösch ist viele Jahre als Sportlicher Leiter aktiv, trainiert dazu noch mehrere Jugendmannschaften und löste im Jahre 2018 den langjährigen Coach Matthias Mahn als Cheftrainer ab. Seitdem lenkt Rösch mit Erfolg die Geschicke des Herren-Bundesligisten, der immerhin das sportliche Aushängeschild des Clubs an der Vreed ist. Die Mannschaft gehört in der Feld-Bundesliga zu den starken Teams der Liga, wurde allerdings durch die Coronakrise auf ihrem Erfolgsweg ausgebremst. Weil derzeit noch unklar ist, wie und wann es mit der noch laufenden Spielzeit weitergeht, wird sich Robin Rösch vom Crefelder HTC in aller Freundschaft im Sommer oder Herbst trennen. „Es war hier in Krefeld eine schöne und sehr intensive Zeit nicht nur für mich, sondern für meine ganze Familie“, betont Rösch. „Wir haben eine Menge guter Lebenszeit hier in Krefeld verbracht, und deshalb schwingt beim Abschied nehmen auch Wehmut bei mir mit.”

Als Trainer des Bundesligateams hatte Rösch sich zum Ziel gesetzt, so viele clubeigene Nachwuchsspieler wie möglich in das eigene Bundesligateam zu integrieren. Rösch: „Ich glaube, das ist mir gelungen. Wir haben eines der jüngsten Teams der Liga und sind bis zum Corona-Crash sehr erfolgreich unterwegs gewesen.“ Einige Spieler trainiert Robin Rösch schon seit Knaben-Zeiten und will auch in Zukunft ihren sportlichen Weg verfolgen.

Als Robin Rösch seinem Team beim wöchentlichen Video-Meeting seinen Entschluss präsentierte, wirkten die Spieler bedrückt und nachdenklich. „Es ist sehr schade, dass Robin geht. Wir sind sportlich auf einem sehr guten Weg“, sagt Co-Trainer Sebastian Schwidder. Auch Club-Boss Dirk Wellen bedauert die Entscheidung von Rösch und sagt: „Robin hat für unseren Club fast zehn Jahre großartige Arbeit geleistet. Sowohl im Jugendbereich und bei seiner kurzen Tätigkeit für das Damenteam als auch in der schwierigen Phase eines neuen Teamaufbaus bei den Herren war er sehr erfolgreich. Es ist schade, dass so ein guter Trainer nicht mehr für uns arbeiten wird. Aber natürlich verstehen wir seinen Wunsch, noch einmal etwas Neues zu beginnen.“

Über die Rösch-Nachfolge gibt es im Moment noch keine Erkenntnisse. Die Führungsriege um Dirk Wellen dürfte sich genügend Zeit lassen, um geeignete Nachfolger für die insgesamt drei vakanten Positionen (sportliche Leitung, Chef- und Jugendtrainer) zu finden. Für die Übergangszeit stehen mit den clubeigenen bundesligaerfahrenen Übungsleitern Matthias Mahn, Markku Slawyk, Andre Schiefer und Sebastian Schwidder profunde Kenner der Herren-Bundesligaszene zur Verfügung.

Derweil fährt der Hockey-Bundesligist immer noch auf Sparflamme. Normalerweise wäre die zweite Hälfte der Feldsaison schon in vollem Gange. Aus bekannten Gründen hat der Deutsche Hockey Bund den Spielbetrieb der beiden Bundesligen (Damen und Herren) ausgesetzt.. Für den CHTC ist diese Aussetzung besonders bitter, da der langjährige Krefelder Nationalspieler Niklas Wellen somit in dieser Saison nicht mehr für Krefeld zum Einsatz kommt. Niklas Wellen wechselt im Sommer zum niederländischen Erstligisten Pinoke Amstelveen.

Derweil üben sich die Bundesligaspieler des CHTC in Geduld. Dreimal in der Woche ruft Athletiktrainer Matthias Golomb per Videoschalte über 20 Spieler für eine Stunde zum Konditionstraining auf. Darüber hinaus haben die Nationalspieler vom DHB Pläne für ein Individualtraining erhalten. Dennoch, alle Akteure brennen darauf, endlich wieder den geliebten Kunstrasen zu betreten.