Blau-Weiß startet mit 3:3 gegen Gladbach

Tennis : Blau-Weiß erkämpft ein 3:3 gegen Gladbach

Dank zweier Doppelerfolge wendet der Tennis-Bundesligist eine Auftaktniederlage ab.

Das Bleiben hatte sich gelohnt für über 1000 Besucher, die noch an ein gutes Ende geglaubt haben zum Auftakt der Tennis-Bundesliga. 1:3 lag Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld schon gegen den Gladbacher HTC nach den Einzeln zurück und glich in den Doppeln noch zum 3:3 aus. Ein Punkt, doch ein gefühlter Sieg für das Stadtwald-Team gegen einen Mitfavoriten um den Meistertitel. Marco Cecchinato reckte die rechte Faust in den Himmel, ein „Yeah“ entfuhr seinem Mund, als er soeben den Matchball gegen Philipp Kohlschreiber vollendet und das Topspiel des Tages an der Hüttenallee mit 6:3 und 6:4 für sich entschieden hatte. Eine starke Leistung des Italieners gegen einen Kohlschreiber ohne Rhythmus. Das aber war den 1450 Zuschauern auf der bis auf den letzten Platz gefüllten Anlage herzlich egal. Der Deutsche war nach einem Kurzurlaub eingesprungen, war dem 26-Jährigen aus Palermo aber klar unterlegen. Ganz anders als noch vor kurzem in Madrid, als der Augsburger das Duell klar für sich entschieden hatte. „Ich habe verdient verloren“, sagte Kohlschreiber, der von der Kulisse im Stadtwald angetan war: „Ich spiele gerne Bundesliga. Es ist wie ein Zurück zu den Wurzeln. Wenn die Zuschauer und Kinder zufrieden sind, hat jeder seinen Teil dazu beigetragen.“ Cecchinato sagte zu den Gründen seines Erfolges: „Ich habe sehr gut gespielt gegen einen der besten Spieler der Bundesliga. Ich habe mich nur auf mich fokussiert. Mein Aufschlag war gut, die Vor- und Rückhand hat gepasst. Ich war sehr aggressiv.“ Der Italiener hatte zum 1:2 nach Matches verkürzt.

Seine Landsmänner Simone Bolelli und Paolo Lorenzi hatten weniger Erfolg mit ihren Versuchen. Bolelli unterlag dem Kasachen Aleksandr Nedovyesov mit 6:7 und 4:6. „Ich war nicht so gut heute. Ich hätte den ersten Satz zumachen müssen“, sagte der 33-Jährige. Im zweiten Durchgang zog er mit 4:1 davon, konnte die Führung aber nicht halten. Auch Lorenzi verspielte im ersten Satz einen Vorsprung, biss sich im zweiten Abschnitt in den Tiebreak, unterlag dann aber doch nach großem Kampf dem Spanier Albert Ramos-Vinolas mit 5:7, 6:7. „Nuancen haben entschieden. Es hätte auch anders herum ausgehen können“, sagte Trainer Stefan Kaiser. Alessandro Gianessi lag zwar gegen den Slowaken Andrej Martin mit 7:6 vorne, gab aber den zweiten Durchgang mit 3:6 ab und unterlag im Tiebreak 5:10. Beim Stande von 1:3 ging es in die Doppel. Dort mischte auch Jürgen Melzer auf Krefelder Seite mit, der erst am Sonntagmorgen aus London angereist war. Ein Freundschaftsdienst, wie Teamchef Olaf Merkel sagte. Es ging gut. Die Krefelder gewannen beide Doppel-Duelle und kamen noch zum 3:3.

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