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Tennis: Bagnis ebnet den Weg zum Punkt

Tennis : Bagnis ebnet den Weg zum Punkt

Der Argentinier, clubintern an Nummer vier, spielt gestern in Mannheim überraschend an Nummer eins — und siegt zweimal beim 3:3.

Krefeld. Keine 120 Sekunden lagen zwischen dem ersten weit hörbaren Jubelschrei der Blau-Weißen und dem zweiten der Krefelder im Tennispark von Grün-Weiß Mannheim. Und das nur wenige Meter entfernt.

Erst hatte das Krefelder Duo Ruben Ramirez Hidalgo und Inigo Cervantes den Matchball im Champions Tiebreak gegen die Mannheimer Marc Lopez und Andreas Beck verwandelt — wenig später taten es ihnen Facundo Bagnis und Federico Gaio im Doppel gegen Gerald Melzer und Robin Kern gleich — und bescherten so den Gästen doch noch einen Punkt beim 3:3-Unentschieden. Damit hatte nach dem 1:3 nach den Einzeln und wegen der gestern eher aus Verlegenheit zusammengestellten Mannschaft niemand mehr ernsthaft gerechnet in der Delegation der Blau-Weißen. Vereinssprecher Jörg Zellen sagt: „Das fühlt sich für uns wie ein Sieg an.“

Blau-Weiß hatte am Spieltag mit einer Personalie überrascht, die man am Freitagmittag noch gar nicht auf dem Zettel hatte. Der Argentinier Facundo Bagnis, Nummer 113 der Welt, war bei den Swiss Open in Gstaad ins Hauptfeld gerutscht. Er brauchte also am Wochenende keine Qualifikation spielen und schlug somit für Krefeld auf — und das mit Erfolg. Dem Einzelsieg ließ er zusammen mit seinem Partner Federico Gaio auch einen Matchpunkt im Doppel folgen. Zellen sagt: „Er hat sich bei uns gemeldet und stand kurzfristig zur Verfügung.“

Ab heute ist der Mann aus Buenos Aires dann schon in der Schweiz am Start. Dafür fehlte die etatmäßige Krefelder Nummer eins, der Italiener Paolo Lorenzi. Der 35-Jährige erreichte das Endspiel des ATP-Turniers in Umag gestern Abend. Sein Erscheinen im Tennispark am Neckarplatt war daher unmöglich. Zwei schöne Beispiele, die zeigen, wie sich die Vereinbarkeit und Unverträglichkeit von ATP-Tour und Bundesliga manchmal auswirken.

Doch Lorenzi-Vertreter Bagnis, clubintern an Nummer vier gelistet, machte seine Sache gut, gewann sein Einzel in drei Sätzen gegen seinen Landsmann Nicolas Kicker in einem spannenden Match auf dem Mannheimer Center Court mit 7:6, 6:7 und 10:4. Kicker reiste nach dem Match schon weiter nach Hamburg. Für ihn rückte der Spanier und Doppelspezialist Marc Lopez nach — Nummer 28 der Doppel-Weltrangliste. Wohl dem, der solche Alternativen hat.

Federico Gaio wartet derweil weiter auf seinen ersten Einzelsieg für Krefeld. Auch gestern musste sich der Italiener geschlagen geben. Gegen den Österreicher Gerald Melzer, Bruder des Krefelder Spielers Jürgen Melzer, der allerdings fehlt noch verletzt, setzte es eine 3:6 und 2:6-Niederlage. Inigo Cervantes war im ersten Satz gegen den Deutschen Andreas Beck gut im Spiel, unterlag aber im Tiebreak unglücklich. Den zweiten Durchgang musste er mit 4:6 abgeben. Der andere Spanier in Diensten der Blau-Weißen, Ruben Ramirez Hidalgo, lieferte sich mit dem Deutschen Tobias Kamke lange Ballwechsel und ein gutes Match. Im Champions Tiebreak aber drehte der gebürtige Lübecker auf und rang den 39-Jährigen noch mit 10:3 nieder.