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Lkw dürfen nur 72 Stunden an der Geismühle parken

Lkw dürfen nur 72 Stunden an der Geismühle parken

Neue Schilder sorgen für Verwirrung. Der Parkplatz wird wohl häufig zweckentfremdet.

Krefeld. Mancher Lkw- und Autofahrer wundert sich über Schilder auf der Tank- und Rastanlage Geismühle. Seit einiger Zeit weisen diese darauf hin, dass Fahrzeuge maximal 72 Stunden auf dem Gelände stehen dürfen, also drei ganze Tage und Nächte. Aber wer parkt schon so lange? Selbst Trucker mit ihren verordneten Ruhezeiten sowie dem Sonn- und Feiertagsfahrverbot kommen in der Regel nicht auf solche Pausen.

Eine Nachfrage bei Straßen.NRW, der zuständigen Behörde in Krefeld, löst das Rätsel: Die Schilder richten sich gegen „einfach abgestellte Auflieger und Anhänger“, äußert die gegenüber der WZ. Offenbar gab es in der Vergangenheit Platzprobleme an der Autobahn 57 zwischen Köln und Nimwegen, weil manche Speditionen die öffentlichen Flächen mit ihren Höfen „verwechselten“ und sie als kostenlose Abstellmöglichkeit betrachteten. Die Folge: Lkw-Fahrer mit Ruhebedürfnis guckten in die Röhre.

Zudem wurden die informellen Dauerparkplätze nach WZ-Informationen auch von Etablissements im Erotikbereich genutzt: Entsprechend beklebte Fahrzeuge warben um Kunden. Auch dieser platzraubenden Praxis sollen die neuen Schilder nun Einhalt gebieten. Die Kontrolle darüber, wer sie beachtet und wer nicht, ist laut Straßen.NRW Sache der Polizei.

„Vor allem Lkw-Fahrer steuern die Tank- und Rastanlage an, die dadurch gerade in den Abend- und Nachtstunden sowie an den Wochenenden häufig überlastet ist“, so die Behörde zur grundsätzlichen Situation. Daher ist bekanntlich geplant, die Zahl der Plätze zu erhöhen.

Für Autos soll es künftig 217 statt 111 geben, für Lkw 159 statt 43. Vorgesehen ist, „den gesamten Parkraum auf die Ostseite zu verlegen, dort zu erweitern und beide Seiten durch eine Brücke über die A57 miteinander zu verbinden“. Das Planfeststellungsverfahren läuft. Ein Abschlussdatum für sämtliche Arbeiten gibt es noch nicht.

Die Westseite (dort steht auch die namensgebende und denkmalgeschützte Mühle) liegt zwischen der Anschlussstelle Oppum und dem Kreuz Meerbusch, der östliche Teil schräg gegenüber in umgekehrter Fahrtrichtung. Das westlich gelegene Rasthaus soll abgerissen werden, Tanken aber weiterhin möglich sein.