Leichtstoff-Abfälle: Nicht alle Mieter wollen mitspielen

Leichtstoff-Abfälle: Nicht alle Mieter wollen mitspielen

Entsorgung: Mit der Mülltrennung klappt’s in Wohnanlagen nicht so recht. Zu viele Fremdstoffe landen im gelben Container.

<

p class="text">Krefeld. Für Peter Schwarz, Abteilungsleiter Hausbewirtschaftung bei Krefelds größtem Vermieter, der Wohnstätte, ist die Müll-Entsorgung ein "ganz wichtiges Thema". Denn mit richtiger Entsorgung könne man viel Geld sparen. So ließ das Wohnungsunternehmen im vergangenen Jahr abschließbare Boxen für die 1100-Liter-Container für den Müll mit dem grünen Punkt bauen, um das Restmüllvolumen abzubauen und damit Gebühren zu sparen. Jede Mietpartei hat einen Schlüssel für "ihren" Container. Doch vergangene Woche wurde nicht einer der insgesamt 36 "gelben" Rollcontainer im Bereich der Neukirchener Straße durch die Entsorgungsfirma Handel, Marketing, Logistik (HML) mit Sitz in Goch und Kempen geleert. "Sie sind falsch befüllt gewesen", sagt Umweltberater Björn Oidtmann von HML. Aber von wem? "Die Behälter sind zwei, drei Tage zu früh herausgerollt worden", hat Peter Schwarz festgestellt. Vorstellbar ist, dass die Behälter mit dem gelben Deckel von bösen Nachbarn oder gar Mülltouristen zur Entsorgung von Altreifen, Schuhen, Teppichen und Restmüll missbraucht worden sind. "Wir haben momentan ein Problem", räumt Schwarz ein. Er weiß: "Eine Reihe von Mietern scherten sich nicht um die Mülltrennung." Dies sei aber nicht nur in Elfrath der Fall. Auch in Gatherhof oder andernorts quellen die Container über. Jede Menge Sperrmüll entdeckten die HML-Kontrolleure auch an der Dieselstraße. "Wir haben dort noch keinen Ansprechpartner gefunden", sagt HML-Abfallberater Björn Oidtmann, der nun auf die Zusammenarbeit mit der städtischen Umweltbehörde setzt. In Elfrath ist die Situation seit Mittwoch wieder entspannt - weil eine extra bezahlte Sonderleerung vorgenommen worden ist. "Der erste Container kostete 65 Euro, jeder weitere 35", so Oidtmann zur WZ. Der kunterbunte Inhalt der Container wurde zu einer speziellen Sortieranlage gekarrt.

Wohnstätte: "Wir haben jeden Mieter angeschrieben"

Vorwürfe von Mietern, die Wohnstätte hätte nicht richtig über die Mülltrennung informiert, weist Peter Schwarz zurück: "Wir haben jeden Mieter angeschrieben und Aushänge in die Flure gehängt, was in die gelbe Tonne gehört und was nicht." Aber noch immer wisse nicht jeder, dass Glas mit dem grünen Punkt, etwa die Speiseölflasche, in den Glascontainer gehört und nicht in die gelbe Tonne oder den gelben Sack.

Schwarz ist aber überzeugt, "dass unsere Mieter das hinkriegen". Wenn alles nicht hilft, muss nachsortiert werden. Darauf hat sich die NRW-weit operierende Firma Innotec spezialisiert. Das natürlich kostet extra.

Mehr von Westdeutsche Zeitung