Leben mit dem Down-Syndrom: Ein Besuch bei dem St. Töniser Vincent (16)

Trisomie 21 : Ein Leben mit dem Down-Syndrom

Am 21. März ist der Tag für Menschen mit Trisomie 21 - Down-Syndom. Vincent (16) aus St. Tönis hat das Down-Syndrom und feiert heute.

Vincent kommt dem Besuch mit offenen Armen entgegen: Der 16-Jährige ist ein herzlicher Jugendlicher ohne Berührungsängste – er hat das Down-Syndrom. Vincent lebt mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester in St. Tönis.

In seinem Zimmer stehen viele Feuerwehrautos in den Regalen. „Das ist sein Größtes“, sagt seine Mutter Ilona Koskowski. Und deshalb sorgt sie auch dafür, dass Vincent sich Feuerwachen in Krefeld und Umgebung anschauen kann. Als die in Oppum noch ganz neu war, durfte er sie besuchen.

Seine Liebe zum Spielzeug vereinfacht ihm die Shopping-Touren. In einem großen Supermarkt wartet er in der Spielzeugabteilung auf seine Mutter. Sie kennt alle seine Eigenheiten, seine Schwächen und seine Möglichkeiten. „Er kann wirklich stur sein“, sagt sie – aber welcher Jugendliche wäre das nicht? Andererseits: Vincent ist sehr ordentlich, vor dem Besuch hat er aufgeräumt.

Nicht alle Menschen gehen freundlich mit ihm um

Manchmal sucht sich Vincents Energie merkwürdige Wege. Ilona Koskowski erinnert sich daran, dass auch mal Socken und Löffel aus dem Dachfenster flogen. Nachbarn gaben der Mutter Bescheid. Allerdings gehen nicht alle Menschen freundlich mit ihm um: „Manche Leute gucken so merkwürdig, als hätten sie noch nie einen Menschen mit Behinderung gesehen.“

Den Umgang mit seiner Einschränkung musste sie lernen. Denn dass bei ihrem Sohn eine Trisomie vorliegt, hat sie erst Tage nach der Entbindung erfahren. Vincent hat ihr Leben völlig verändert. Wie viele Down-Kinder musste er am Herzen operiert werden. „Aber jetzt ist nur noch einmal im Jahr eine Herzuntersuchung nötig“, sagt sie.

Vincent spielt Inklusions-Fußball in Oppum, samstags reitet er in Hüls, an den Wochenenden machen sie schon mal eine Radtour in den Forstwald: Vincent hat ein großes Dreirad. Und er liebt es, mit dem Reisekreisel der Krefelder Lebenshilfe zu verreisen. Die meisten Mitreisenden besuchen wie er die Bodelschwingh-Schule.

„Ich komme klar, so wie es ist“, sagt Koskowski. „Wir sind glücklich.“ Der Lebenshilfe ist sie dankbar: „Ich bekomme Unterstützung mit Formularen und Anträgen.“ Und wenn die Lebenshilfe nicht wäre, „könnte ich nicht arbeiten gehen. Meine Jahresplanung orientiert sich an ihrem Angebot“.

Auch Vincents Schwester Hannah hat Verantwortung übernommen: Sie sucht Klamotten aus, sie sorgt manchmal abends dafür, dass ihr Bruder Ruhe gibt.

Der Geburtstag von Ilona Koskowski fällt auf den Tag für Menschen mit Trisomie 21 – sie feiert ihn mit ihren beiden Kindern und der Familie.

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