Laub muss vor Unwettern weg

Laub muss vor Unwettern weg

Durch die starke Hitze der vergangenen Wochen lassen die Bäume viel früher ihre Blätter fallen. Je nach Straße müssen Anwohner selber fegen.

Normalerweise bekämpfen die Mitarbeiter der Straßenreinigung im Sommer das Unkraut an Straßen, auf Fußwegen oder zum Beispiel in Parkbuchten. In diesen Tagen sind sie aber mit ganz anderen pflanzlichen Problemen beschäftigt. Denn während noch Sommer im Kalender steht, haben sich viele Bäume nach der langen Trockenheit bereits auf Herbst eingestellt. Und statt nun mit 98 Grad heißem Wasser gegen Löwenzahn & Co. vorzugehen, sind die Mitarbeiter der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft Krefeld (GSAK) bereits mit dem Laub beschäftigt.

Das ist auch für die Stadtreinigung eine überraschende Jahreszeiten-Entwicklung. „Es ist tatsächlich sehr ungewöhnlich, dass die Bäume durch die anhaltende Dürre und großen Hitze schon im Sommer die Blätter verlieren“, sagt GSAK-Chef Wilfried Gossen. „Wir haben reagiert und setzen seit einigen Tagen die Maschinen und Geräte zur Laubbergung und -sammlung ein, die wir normalerweise erst im Herbst verwenden.“

Das sei allerdings nur eingeschränkt möglich. „Wir können die überdimensionalen Laubsauger nicht überall einsetzen, da sich durch die extreme Trockenheit eine Staubbildung nicht verhindern lässt.“ Im Herbst habe man solche Probleme nicht , da das Laub in der Regel feucht oder nass ist. Nun müsse man eben anders agieren. „An den Stellen, wo die Belastung für Mitarbeiter und Anwohner nicht tragbar ist, wird das Laub auf Fahr- und Gehwege geblasen und von unseren Kehrmaschinen unter Zugabe von Wasser aufgenommen“, erzählt Gossen.

Darin, dass wegen des frühen Laubabwurfs der Bäume nun bei der sogenannten Wildkrautbekämpfung weniger passiert als normalerweise zu dieser Zeit, sieht Gossen kein Problem. „Bei dieser Witterung wächst selbst das Unkraut nicht oder nur wenig.“ Nun sei man in Sachen Laubentsorgung darauf eingestellt, bis in den Herbst hinein daran zu arbeiten. Allerdings sind die GSAK nicht für alle Straßen zuständig. Auch für viele Krefelder beginnt die Zeit des Laubkehrens.

Je nachdem, zu welcher Reinigungsklasse ihre Straße gehört, müssen sie auch selbst zu Besen und Schaufel greifen. In den Klassen eins bis vier kümmern sich die GSAK-Beschäftigten täglich bis einmal pro Woche ums Laub. In den Klassen fünf, sechs und sieben müssen die Bürger mindestens einmal pro Woche den Bürgersteig von Blättern befreien. Und bei der achten Klasse sind sie außerdem für das Säubern der Hälfte der Fahrbahn zuständig, die auf ihrer Häuserseite liegt.

Für problematisch hält die Feuerwehr die Praxis einiger Krefelder, die Gehwege zu reinigen, indem sie das Laub auf die Straße kehren. „Denn wenn es Regen gibt, landet das alles im nächsten Gully“, sagt Feuerwehrsprecher Christoph Manten. „Es liegt auf der Hand, dass die Blätter bei Starkregen den Gully verstopfen. Im schlimmsten Fall sorgt dann das entspannter gehandhabte Kehren bei den Betroffenen für überflutete Keller, weil das Wasser nicht ablaufen kann.“ Anwohner sollten grundsätzlich auch einen Blick für „ihren“ Gully haben und eventuell die Schlitze freimachen. „Es ist immer gut, aufmerksam zu sein“, sagt Manten.

„Aber auf keinen Fall sollten die Menschen selbst den Deckel abheben und die Körbe reinigen.“