Lärm - Krefelder Anwohner flext Fußballtor ab

Spiellärm : Wegen Lärm - Krefelder Anwohner flext Fußballtor einfach ab

Der Mann soll sich vom ständigen Lärm gestört gefühlt haben. Er hatte die Aktion seit längerem angedroht. Dass er sie jetzt umsetzte, hat niemand für möglich gehalten. Die Polizei hat den Tatverdächtigen ermittelt.

Lange Schleifspuren sind in der nassen Asche auf dem Bolzplatz des Freizeitzentrums an der Herbertzstraße zu sehen. Da, wo sie enden, stand einst ein Fußballtor. Kein großes, sondern die Gittervariante, die es häufig auf den alten Bolzplätzen in der Region gibt. Seit Montag ist das Tor weg. Abgeschnitten mit einer Flex. Von einem Anwohner, der sich durch den Krach auf der Spielfläche so sehr gestört fühlte, dass er sich nach Aussage von Einrichtungsleiter Karl Vogt nicht mehr anders zu helfen wusste. „Es ist unglaublich, aber der Mann hatte das schon mehrfach angekündigt und jetzt hat er es wirklich in die Tat umgesetzt. Die Jugendlichen sind natürlich dementsprechend schockiert“, berichtet Vogt.

Seit 35 Jahren bestehe der Platz in unmittelbarer Nähe zu der städtischen Einrichtung. „Seit einem Jahr hat sich der Anwohner bei uns massiv über den Lärm beschwert“, sagt der Einrichtungsleiter. Angedroht habe er die Aktion schon so manches Mal. Doch im Freizeitzentrum war man immer der Ansicht, die Situation durch Gespräche lösen zu können. „Wir standen im Austausch mit dem Anwohner und haben bereits bei den zuständigen Fachbereichen in der Stadtverwaltung Wege besprochen, wie die Frequentierung des Platzes gerade zum Wochenende hin etwas abnehmen könnte.“

Hobbymannschaften tragen Ligaspiele auf dem Platz aus

Ein solches Gittertor war das Ärgernis des Anwohners. Jetzt steht nur noch ein Exemplar auf der Anlage. Foto: Lothar Strücken

Dann tragen auch die Hobbymannschaften der Freizeit-Fußball-Liga Krefeld ihre Spiele auf der Anlage aus. „Da können schon mal 40 Leute vor Ort sein und es dementsprechend auch etwas lauter zugehen“, bestätigt Vogt. Sauber sei es aber immer gewesen, selbst für Parkplätze hätte man gesorgt, damit Spieler und Zuschauer den Bereich zwischen Herbertzstraße und Untergath nicht gänzlich wild zuparken würden.

Weil auch die Jugendlichen des Freizeitzentrums und beispielsweise die Schüler der Bodelschwinghschule den Platz zum Spielen nutzen würden, sei die Anlage häufig belegt. „Das war aber schon immer so. Der Sportplatz ist halt gut besucht und wir freuen uns auch, dass die Anlage so gut angenommen wird“, sagt Vogt und ergänzt: „Außerdem gibt es auch immer wieder Ruhezeiten. Morgens oder abends ist meist nicht viel los auf der Platzanlage.“

Schleifspuren in der nassen Asche auf dem Bolzplatz zeigen, wo einst das Fußballtor stand. Foto: Lothar Strücken

Frau wird Zeugin des Vorfalls am Montag

Die Polizei wurde am Dienstag über den Vorfall auf dem Bolzplatz informiert. „Die Kollegen konnten vor Ort mit einer Frau sprechen, die Zeugin der ganzen Aktion am Montag geworden war“, sagt Polizeisprecherin Katrin Wentker. Der Tatverdächtige sei bereits von den Beamten ermittelt worden. Eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung wurde gefertigt.

Die Fußballer müssen hingegen vorerst auf das Spiel auf zwei Tore verzichten. Wann auf dem Platz wieder ein normales Fußballspiel möglich ist, kann man im Freizeitzentrum noch nicht sagen. „Die Jungs haben aber schon mal angefangen zu sammeln, damit möglichst schnell wieder ein zweites Tor auf dem Platz steht.“ Alle weiteren Probleme, so hofft der Einrichtungsleiter, sollen sich in Zukunft durch Gespräche regeln lassen.

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