Kurzgeschichten für Pendler

Kurzgeschichten für Pendler

Reinhard Strüven schreibt für die neue App des Smart Storys Verlags aus Österreich.

Krefeld. Am liebsten schreibt Reinhard Strüven in öffentlichen Verkehrsmitteln. Und genau da können seine Kurzgeschichten jetzt gelesen werden. Via Smartphone und Co. sind die kurzen Storys des Krefelder Autors abrufbar. Schnell versüßen sie einem Fahrt und Wartezeiten. Online-Kurzgeschichten für Pendler sind das neuartige Konzept des Smart Storys Verlags aus Österreich. „Ein österreichischer Literaturagent brachte mich da ins Spiel“, erzählt Reinhard Strüven. 25 seiner Kurzgeschichten gehören zum Pool der neuen Literatur-App, die vor zwei Monaten an den Start ging. Strüvens Lieblingsthema: „Das Leben als solches und im Speziellen“.

Der Smart Storys Verlag ist ein Ein-Mann-Unternehmen. Hinter dem innovativen Konzept steht Ronnie Heiner. Er langweilte sich auf seinen Fahrten mit Bahn und Bus und vermisste inspirierenden Lesestoff. „Im Roman möchte ich nicht immer nach 20 Minuten unterbrochen werden. Und ständig neue Kurzgeschichtenbände zu suchen, ist mir zu kompliziert. Da kam mir die Idee zu einer Kurzgeschichtensammlung im Internet“, erzählt Ronnie Heiner. Smart Storys liefert genau das: literarisch hochwertige Geschichten, die sich schnell konsumieren lassen und trotz Lesegenuss den Horizont der Leser angenehm erweitern.

Ronnie Heiner hat die Geschichten sorgfältig ausgewählt und lektoriert. Die Storys sind nach Lesedauer zwischen fünf und 15 Minuten eingeteilt. Per Klick wählt man die Lesedauer-Kategorie und es wird eine Kurzgeschichte nach dem Zufallsprinzip zugespielt. Nebenbei bietet der Verleger guten Kurzgeschichten, die im Literaturbetrieb oft zu kurz kommen, eine neue Plattform. Im Gegensatz zu einem E-Book werden die Smart Storys laufend um neue Geschichten erweitert.

Bei „Smart Storys“ befindet sich Reinhard Strüven in bester Gesellschaft. Zahlreiche renommierte Autoren schreiben für die App. Erste zaghafte Schreibversuche unternahm der Krefelder Strüven als Schüler am Moltke-Gymnasium. Bis heute ist Literatur sein Weg, eine immer komplizierter werdende Welt zu sortieren. Wenn Reinhard Strüven nicht schreibt, arbeitet der 51-Jährige im Sozialen Dienst der Seniorenheime Hansa-Haus und Josefshaus. Für die quartalsweise von den Einrichtungen der Krefelder Caritasheime herausgegebene Zeitschrift „Jahreszeiten“ zeichnet er als Chefredakteur verantwortlich.

Ein wenig erinnert sein unaufgeregter literarischer Grundton an die großen Vertreter der „Gruppe 47“. Böll, Grass und Walser haben Strüven, Jahrgang 1966, beeinflusst. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien hat Reinhard Strüven vier Erzählbände geschrieben. 2016 ist sein kurzweiliger Roman „Haus der Kunst“ erschienen. In seinem aktuellen, noch nicht veröffentlichten Projekt „Torun trouble“ nähert er sich als Deutscher der polnischen Stadt Torun in Texten und Bildern an.

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