Kurzarbeit statt Entlassung: 2600 Beschäftigte betroffen

Kurzarbeit statt Entlassung: 2600 Beschäftigte betroffen

In Krefeld und Kreis Viersen sind 2600 Beschäftigte betroffen. Nirosta und Bayer verhandeln noch.

Krefeld. Es erfreut kein Gewerkschafterherz, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt werden. "Aber", sagt der Krefelder DGB-Kreisverbandsvorsitzende Ralf Köpke, "dieses Instrument ist in schwierigen Situationen sinnvoll, da die Beschäftigten in den Firmen und Betrieben bleiben können und nicht entlassen werden".

Er schätzt, dass sich die Zahl der bei der Agentur für Arbeit Krefeld gemeldeten Kurzarbeiter im Februar deutlich erhöhen werde.

Bevor Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet wird - 2600 Mitarbeiter in 80 Betrieben sind zurzeit in Krefeld und dem Kreis Viersen davon betroffen (Stand gestern), stehen Verhandlungen in den Betrieben zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat an. Das geschieht zurzeit bei Bayer, das ist bei Thyssen-Krupp Nirosta (TKN) in der Endphase.

Bernd Kalwa ist bei TKN Krefelder und Gesamtbetriebsratsvorsitzender sowie stellvertretender Konzernbetriebsratsvorsitzender. "Die Verhandlungen des TKN-Gesamtbetriebsrats sind beendet, es folgen noch Verhandlungen in Detailfragen für die vier Standorte Krefeld, Bochum, Düsseldorf-Benrath und Dillenburg".

Grundsätzlich, sagt Kalwa, gehe TKN im Februar in Kurzarbeit, betroffen seien 2000 der 2300 Mitarbeiter am Standort Krefeld. "In den Verhandlungen haben wir auf ein erträgliches Einkommen und auf Lastenverteilung geachtet.

Wir blicken zwar vorsichtshalber auf das Ende des Geschäftsjahres im September, aber es ist für die Kollegen ganz wichtig zu wissen, dass wir Kurzarbeit von Monat zu Monat neu verhandeln und vereinbaren. Die Auftragslage spielt dabei natürlich die entscheidende Rolle", sagt Kalwa.

TKN habe zurzeit nicht genug Auftragsmengen für die Vollbeschäftigung. Jeder Arbeitnehmer soll von Kurzarbeit im Durchschnitt nicht mehr als sechs Schichten im Monat betroffen sein. "Und: Auch wir haben erreicht, dass unsere Auszubildenden und ihre Ausbilder nicht von diesem Schritt betroffen sind. Ausbildung muss sein."

Auch weitere Betriebe aus den Bereichen Stahl/Metall, Automobil-Zulieferung, Textil, Maschinenbau und Chemie sind in Kurzarbeit oder werden es im Februar oder März sein. DGB-Chef Köpke appelliert an Firmen und Betriebe: "Nutzen Sie alle arbeitsmarktpolitischen Instrumente nutzen, um Entlassungen zu vermeiden."

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