Kunstmuseen Krefeld

Nach der Sanierung gab es einen Besucherboom – das war schnell vorbei : Kaiser-Wilhelm-Museum lockt nur wenig Besucher

Analyse An die Zahlen der Eröffnung kommt das KWM nicht mehr ran, an die der Burg Linn auch nicht.

Während die Häuser Lange und Esters renoviert werden, hat das dritte Krefelder Kunstmuseum zu kämpfen. Recherchen der WZ zeigen: Die Besucherzahlen im Kaiser-Wilhelm-Museum sind stark rückläufig. In der zweiten Jahreshälfte 2016, nach Wiedereröffnung und aufwändiger Sanierung des Kaiser-Wilhelm-Museums kamen rund 21400 Besucher. Knapp zwei Jahre später lautet die Bilanz nach der ersten Jahreshälfte 2018: Nur noch 7270 Besucher haben den Weg zum Joseph-Beuys-Platz gefunden. Ein Besucher-Rückgang von rund 66 Prozent, der alarmieren sollte.

Die Stadt sieht
die Zahlen gelassen

Bei der Stadt sieht man diese Zahlen jedoch gelassen und zeigt sich zufrieden. Im Oktober stehe noch eine wichtige Ausstellung zum Künstlerkleid, kuratiert von Magdalena Holzhey, an. „Insofern ist die Besucherzahl zur Jahreshälfte befriedigend - angesichts der aktuellen Schließung zweier Häuser. Über mehr Besucher freuen sich die Kunstmuseen natürlich immer“, sagt Stadtsprecher Dirk Senger. Vergleicht man die Zahlen mit Krefelds beliebtestem Museum, der Burg Linn mit 23300 Besuchern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, ist ein solcher Rückgang vor allem angesichts der noch nicht lang  zurückliegenden, sechsjährigen Sanierungsphase des Hauses mit Kosten in Höhe von 18 Millionen ernüchternd. So lautete der Anspruch damals unter Museumsdirektor Martin Henschel noch, durch die Renovierung wieder an die Kunstszene in NRW anzuschließen.

Dieser Anspruch des Hauses, wieder in einer anderen Liga der Kunstszene mitzumischen, scheint unter Museumsleiterin Katia Baudin angesichts der aktuellen Zahlen in Vergessenheit geraten, insbesondere wenn man vergleichbare Häuser betrachtet: So zählte man am Von-der-Heydt Museum in Wuppertal 2017 übers Jahr verteilt 127000 Besucher, im Mönchengladbacher Museum am Abteiberg verzeichnet man nach eigenen Angaben rund 12000 Besucher pro Halbjahr. Die Gründe für einen so starken Besucherrückgang können vielfältig sein. Fehlende Attraktivität der Ausstellungen oder ein natürlicher Rückgang nach dem großen Interesse in Folge der Sanierung sind denkbare Ursachen. Diese können jedoch nur gefunden und analysiert werden, wenn man den Besucherrückgang anerkennt und nach Gründen sucht.