Kulturpolitik: Wo die Stadt zusätzlich in Kultur investiert

Kulturpolitik : Wo die Stadt zusätzlich in Kultur investiert

Mit 100 000 Euro wird der Sondertopf für die kulturelle und infrastrukturelle Wiederbelebung des Theaterplatzes gefüllt. Der Haushaltsplan sieht zudem Zuschüsse für das Werkhaus, das Haus der Seidenkultur, den Verein Freischwimmer und das KWM vor.

Trotz der Notwendigkeit von Konsolidierung haben CDU und SPD in ihrem gemeinsam entworfenen Haushaltsplan für die Stadt Krefeld punktuell auch gesonderte Förderung von Krefelder Kultur vorgesehen.

Der größte Posten entfällt in diesem Bereich auf einen Grenzfall, der sowohl kulturelle als auch infrastrukturelle Aspekte in sich birgt. Der Problemfall des Theaterplatzes ist erkannt und schon 2019 stellte die Stadt einen Sondertopf in Höhe von 100 000 Euro pro Jahr zur Reaktivierung und kulturellen Zwischennutzung des Theaterplatzes im Rahmen der Zusammenarbeit von Theater, Mediothek und Seidenweberhaus zur Verfügung. Es gab als Auftakt erste kulturelle Programme, diese sollen weiterentwickelt werden. Man wolle – so die beiden Fraktionen – nach dem erfolgreichen ersten Jahr diesen Sondertopf auch 2020 fortführen und neben den kulturellen Aktivitäten auch auf Infrastrukturmaßnahmen setzen, die den Platz sauberer und sicherer gestalten sollen.

Der Verein Freischwimmer, der sich zum Ziel gesetzt hat, das alte Stadtbad an der Neusser Straße zu revitalisieren, vornehmlich auch durch kulturelle Zwischennutzungen, wird mit 45 000 Euro gefördert. Der Verein, der Zugang zu dem Areal hat, erarbeitet für langfristige Handlungssicherheit zur Gestaltung des Raumes gemeinsam mit der Stadt einen Nutzungsvertrag; Ziel ist eine „bauliche Segmentierung des Areals“. Dies soll schließlich die Tore für eine soziale, kulturelle und wirtschaftliche Mischnutzung öffnen, wie der Verein auf seiner Website betont „dem besonderen Charakter des Stadtbades entsprechend“.

Das soziokulturelle Zentrum Werkhaus mit seiner Werkbühne, der Kinder- und Jugendarbeit, dem Weiterbildungswerk und der Jugendkunstschule einerseits und der Erwachsenenbildung andererseits, zudem dem vom Verein betriebenen Südbahnhof wird mit zweimal knapp 30 000 Euro zusätzlich gestärkt. Das sind ein Zuschuss für das Werkhaus in Höhe von 28 870 Euro und dem Südbahnhof in Höhe von 29 685 Euro.

Mit 24 000 Euro wiederum bezuschusst die Stadt die Arbeit des Hauses der Seidenkultur Krefeld. In den Räumen der einstigen Paramentenweberei Hubert Gotzes wird die Industriegeschichte der Textilstadt museal erlebbar. Kernstück des Museums ist der einzig in Europa an authentischer Stätte erhaltene Jacquardhandwebsaal, wo altes Textilhandwerk an acht hölzernen Webstühlen aus dem 19. Jahrhundert lebendig gezeigt wird, heißt es auf der Website des Hauses, das auch zahlreiche Veranstaltungen für alle Altersklassen bietet.

Unterstützung gibt es auch für das Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM), das sich vornehmlich durch die Neu- und Umgestaltung und vor allem zukünftige Nutzung des Museums-Cafés erneut in einem – indes kleineren – Transformationsprozess befindet. Der Haushalt sieht zwei Posten insgesamt in Höhe von 50 000 Euro vor. Einerseits stelle man zusätzlich zur Akquise von Fördermitteln und Sponsorengeldern 25 000 Euro für die künstlerische Ausstattung des Cafés im Kaiser-Wilhelm-Museum mit dem Schwerpunkt der Verbesserung der Akustik zur Verfügung. Den gleichen Betrag plant man auch schon für das kommende Haushaltsjahr. Andererseits stockt man den Ankaufsetat des KWM zur Anschaffung von Kunstwerken aus dem Bereich Design ebenfalls um 25 000 Euro (auch schon zusätzlich für das kommende Haushaltsjahr) auf.

Möchte man einen breiten Begriff von Kultur anwenden, so seien auch die 100 000 Euro (eine Aufstockung von vormals 50 000) für den vor drei Jahren eingeführten „Brauchtumstopf“ erwähnt. Womit die Traditionsvereine und die Pflege des Brauchtums in den Stadtteilen unterstützt werden – denn auch das ist integraler Bestandteil von kultureller Identität einer Stadt. Im gleichen Atemzuge gebührt auch dem Topf „Krefeld macht Integration“ für Integrationsprojekte mit 50 000 Euro Erwähnung.