Will Cassel widmet sich in seinen Werken dem Sommer

Krefelder Künstler: Inspiration kommt aus dem Garten

Florale Themen: Seine letzte Ausstellung für dieses Jahr widmet Will Cassel dem Sommer.

„Hurra, alle sind da“  – mit einem strahlenden Lächeln begrüßt Will Cassel seine Gäste. Trotz des verregneten Adventssonntags haben wieder viele Besucher den Weg zu seinem Haus und Atelier am Kuhdyk gefunden. Drei Ausstellungen macht der 91-jährige Künstler jedes Jahr. Die letzte ist immer im Dezember. Zu diesem Termin zeigt er, was alles im Lauf der letzten Monate entstanden ist. Er nennt es seine Jahresernte.

Der Titel der jetzigen Ausstellung „Rosen Zauber“ weist vor allem auf den Sommer zurück. Dieser war lang und intensiv und hat den Künstler wieder zu einer ganzen Reihe von Bildern inspiriert. Die Farben leuchten intensiv, neben dem kräftigen Rosa der Rosen gibt es auch gelb strahlende Sonnenblumen.

Die Motive findet Cassel vor seiner Haustüre im heimischen Garten. Als Blumentanz und Blütenrausch sind sie in den Bildern zu finden. Viele sind in einer Mischtechnik gefertigt, bei der die Grenzen zwischen Malerei und Zeichnung oft fließend sind. Bei den größeren Formaten lösen sich gegenständliche Formen zunehmend auf. Beim kleinen Aquarell erweist sich der Künstler als Meiser der präzisen Form. Makellos rund liegen rote und gelbe Äpfel in einer Schale,  das Violett der Weintrauben bildet zu den zarten Blätterranken einen schönen Kontrast.

Auch Cassels Lieblingsmotiv, der Weidenbaum, taucht auf. „Riese am Weg“, „Erinnerung“ und „Ein Freund“ hat er diese Blätter genannt. Die anderen Bilder kreisen um sein großes Thema „Welttheater“. In einer Version überrascht der Künstler mit neonfarbigen Tönen. Einen Kontrast der Stille und Konzentration bilden die Objekte mit seinen berühmten weißen Gipszwergen, die für ihn Ausdruck des Seins sind.

„Ich mache immer weiter“, verkündet Cassel seinen Gästen. Die nächste Ausstellung ist für das Frühjahr geplant.

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