Wie ein Uerdinger eine Stadt fand

Wie ein Uerdinger eine Stadt fand

Autorin Sabrina Janesch liest in der Mediothek aus ihrem aktuellen Buch. Die Geschichte spielt auch ganz in der Nähe am Rhein.

Machu Picchu, Peru: Eine ungewöhnliche Entdeckung, eine Dschungelsuche in eine andere Welt, ein anderes Volk. Besessen muss der sein, der sich auf die Suche nach der legendenumwobenen „goldenen Stadt“ macht, von der die Sage ausgeht, sie sei aus purem Gold. Protagonist Augusto Berns, geboren in Uerdingen am Rhein, ist der Besessene, dessen Phantasie früh heftige Bilder in seinem Kopf erzeugt und der Mut, Risikobereitschaft und Unverfrorenheit mitbringt, um sich auf die Suche zu begeben. Im Rahmen des 19. Literarischen Sommers haben in Zusammenarbeit mit dem Literaturbüro NRW „Der andere Buchladen“ und die Mediothek Sabrina Janesch eingeladen, um ihr Buch „Die goldene Stadt“ vorzustellen.

In einem Dialog mit Maren Jungclaus vom Literaturbüro entwickelte sich die Intention der Autorin, das Buch zu recherchieren und zu schreiben und Fakten mit Fiktion zu verknüpfen. So begann Sabrina Janesch ihre Lesung mit dem Augenblick in der Jugend von Rudolf August Berns, in dem er durch eine Fliege in der Lunge fast nicht mehr atmete, und die Schilderung seiner Phantasien zeigen deutlich den von der Familie sich völlig unterscheidenden Charakter des Jungen, des Sohnes des erfolgreichen Weinhändlers in Uerdingen.

Janesch zeichnet ein Bild der Lebensform im 19. Jahrhundert, malt sprachliche Bilder, die die Phantasie des Jungen auch im Kopf des Hörers entstehen lassen. Sie vermittelt auf diese Weise, welcher Mensch, welche Leidenschaft, welche Hartnäckigkeit hinter dem Bestreben dieses Augusto Berns, wie er sich bei der Ankunft in Peru spanisch bezogen nennen wird, stecken. Mit seinem zunächst als Rivalen zu sehenden Expeditionsgefährten Dr. Singer begibt er sich auf die Suche nach der „Goldenen Stadt“. Und hier gelingen Janesch spannende Passagen dieses Weges im Urwald, die Beschreibung des Inkapfads, den weiteren Weg durch den Regenwald, den sich die Gruppe der Entdecker erst mühsam freikämpfen muss, die Errichtung eines Lagers, das Zurücklassen der Maultiere, die im Dschungel durch die Pflanzen gefesselt werden, und die Begegnung mit einem Jaguar wird ebenfalls recht plastisch geschildert und lässt die Bilder im Kopf der Hörer entstehen. Janesch liest diese Begebenheiten ausgesprochen einprägsam.

Im Gespräch mit Maren Jungclaus deutet die Autorin den dritten Teil des Buches an, wirft einen kurzen Blick auf die durchaus auch problematische Persönlichkeit dieses Augusto Berns, der zuletzt sein Recht auf besondere Belohnung für seine unglaublichen Strapazen und seine außergewöhnliche Entdeckung einfordert.