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Wie der Audienda-Chor mit Corona umgeht

Musik : So geht der Audienda-Chor mit Corona um

Der Chor probte auch unter freiem Himmel und möchte ein digitales Konzert produzieren.

Chöre sind in besonderem Maß von den Einschränkungen der Corona-Pandemie betroffen, so auch der etwa 40 Stimmen zählende Krefelder Audienda-Chor. Während es in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens nach dem Shutdown schrittweise Lockerungen gab, durften sich die „Audiendas“, so nennen sie sich selbst, nach eigenem Bekunden nur virtuell zu Online-Proben treffen – ein unzureichender Ersatz für eine Passion, die vom Aufeinander-Hören lebt. Nun meldet sich der Chor und berichtet über die aktuellen Pläne, die wir gerne in unserer Zeitung wiedergeben.

Geprobt wurde unter
freiem Himmel

„Sehr zur Freude der Vorsitzenden Marianne Erlinghagen und ihrer Vorstandskolleginnen gab es dann auch nur strahlende Gesichter, als die ChoristInnen sich Ende August erstmalig wieder zur gemeinsamen Probe unter freiem Himmel persönlich begegneten, selbstverständlich unter strenger Beachtung des zuvor vom Vorstand eigens ausgearbeiteten Hygienekonzeptes“, heißt es in einer Pressemeldung. Chorleiter Pavel Brochin habe sich überzeugen können, dass die Online-Arbeit der vergangenen Monate nicht vergebens gewesen sei: Auf dem Vorplatz von Pax Christi erklang russisch-orthodoxe Chormusik und „entfaltete eine ganz besondere Stimmung.“

Auf der Suche nach alternativen Probenorten wurde man beim St. Töniser Obsthof von Rudolf Steves fündig. Die günstigen akustischen Gegebenheiten des Vierkanthofes trugen zu einer konzentrierten, rundum gelungenen Probe bei; anschließend war im rustikal-charmanten Ambiente des Hofcafés noch Gelegenheit zur Pflege der Chorgemeinschaft, heißt es seitens des Chores.

Mit Beginn des Herbstes probt der Audienda-Chor nun wieder in kleinen, gemischt-stimmigen Gruppen an seinem angestammten Ort in Pax Christi. Da das für November geplante Konzert coronabedingt nicht wie vorgesehen stattfinden kann, hat sich der Chor für einen anderen Weg entschieden, das Geprobte zu Gehör zu bringen.

Unter dem Titel „Mein Herz ist aufgeblüht...“ werden neun Werke aus Pavel Brochins Anthologie „Russia a cappella“ aufgenommen und ins Internet gestellt. Das Programm des Chores wird um zwei Solo-Zyklen ergänzt: Die Altistin Eva Nesselrath singt „Biblische Lieder“ von Antonín Dvořák sowie „7 Psalmen des Königs David“ vom russichen Komponisten Michail Michailowitsch Ippolitow-Iwanow (1859 - 1935).

Der letzte Zyklus erklingt erstmalig in der deutschen Textübertragung von Pavel Brochin, der die Künstlerin auch am Flügel begleiten wird. Für die Aufnahme, die Ende November in der russisch-orthodoxen St. Barbara Kirche Krefeld gemacht wird, stellt die im Europark Fichtenhain ansässige Kawai-Europa-GmbH einen Konzertflügel zur Verfügung.

In der Vorbereitung auf dieses ambitionierte Projekt müssen die Sänger künftig wieder in Chorstärke proben; hierzu dienen die großen Räumlichkeiten des Café Ludwig im Mies-van-der-Rohe-Business-Park dem Chor zweimal als musikalische „Herberge“. Ein Ort, der sich für Chöre schon bewährt hatte.

Weitere Informationen auf der Webseite von Audienda. Der Chor sucht zudem neue Sänger, heißt es in der Pressemeldung. Weitere Informationen unter: Red

audienda.de