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Was man über die neue Rigoletto-Inszenierung wissen muss

Oper : Was man über die neue Rigoletto-Inszenierung wissen muss

Wie wird die Inszenierung der Verdi-Oper von Dorothea Kirschbaum aussehen? Welches Konzept liegt der Neuauflage zugrunde? Wir haben die Antworten.

Mit Guiseppe Verdis „Rigoletto“ kommt eine der populärsten italienischen Opern auf die Bühne des Theaters Krefeld.

Die literarische Vorlage Die Geschichte vom unglücklichen Hofnarren Rigoletto, der seine geliebte Tochter Gilda an seinen Dienstherren, den Herzog von Mantua verliert, hat eine besondere literarische Vorlage. Der französische Schriftsteller Victor Hugo („Der Glöckner von Notre Dame“) schrieb 1832 ein Drama „Le roi s‘amuse“ (der König amüsiert sich). Francesco Maria Piave, der für Verdi bereits das Shakespeare-Drama Macbeth bearbeitet hatte, schrieb die Textvorlage für die Oper. Die Handlung, die bei Hugo am französischen Hof spielt, wurde nach Mantua verlegt. 1851 war die Uraufführung in Venedig.

Die Oper Gemeinsam mit den kurz danach uraufgeführten Werken „La Traviata“ und „Der Troubadour“ bildet „Rigoletto“ ein glänzendes Opern-Trio, das aus Verdis mittlerer Schaffensperiode stammt. Die Musik enthält nicht nur eingängige Melodien, sondern steigert sich zu mehr Dramatik und einer psychologischen Zeichnung der Charaktere. „Rigoletto“ zählt zu Verdis populärsten Opern und ist dementsprechend weltweit auf den Spielplänen der Theater zu finden. Die Interpretationsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Nicht immer findet man eine werkgetreue Umsetzung im historischen Kostüm des 16. Jahrhunderts.

Die Inszenierung in Krefeld Auch in Krefeld hat man sich für eine andere, ganz besondere Interpretation entschieden. Regisseurin Dorothea Kirschbaum, die zum ersten Mal am hiesigen Theater inszeniert, rückt mehr die Figur von Rigolettos Tochter Gilda in den Fokus. „Das Stück könnte ebenso gut Gilda heißen“ erklärt sie. Gilda ist in ihren Augen kein normales junges Mädchen, sondern so perfekt, dass sie gar kein Mensch mehr ist. Sie ist ein Cyborg, ein Mischwesen zwischen einem Menschen und einem Roboter von höchster Qualität. Das Vater-Tochter-Verhältnis ist sehr speziell. Rigoletto kommt mit den echten Menschen um ihn herum nicht klar, seine Tochter ist sein ein und alles. Die Regisseurin sieht eine Verbindung zu künstlichen Wesen, die heute zunehmend als Mittel gegen menschliche Einsamkeit eingesetzt werden. So gibt es Roboter, die Haustiere ersetzen. Für die Darsteller ist so eine Interpretation natürlich eine große Herausforderung. Vor allem für Sängerin Sophie Witte, die als Gilda nicht zu menschlich aber auch nicht zu künstlich erscheinen darf. Das nahezu perfekte Verhältnis der beiden wird durch eine dritte Person, den Herzog zerstört. Für Kirschbaum ist es ein „Dreieck mit Spannung“, das in die Katastrophe führt. Gilda liebt ihren Vater und den Herzog. Als Konsequenz aus diesem Konflikt bleibt ihr nur die Selbstzerstörung, Rigoletto die Einsamkeit. „Wir erzählen eigentlich nur die Geschichte“ betont Kirschbaum.

So wird das Ganze optisch aussehen Bühnenbildner Julius Semmelmann hat für diese Interpretation seiner Fantasie freien Lauf lassen können. Das Ergebnis ist eine Art Raummaschine, die immer wieder neue Rauminseln produziert. Ein eher nüchterner Ort. Umso bunter sollen dazu die Kostüme sein, die Devin McDonough entworfen hat. Mit klaren Formen und futuristischen Anklängen soll auch viel üppig-buntes das Auge erfreuen. Einen Einblick in die Proben und ein Kurzinterview mit der Regisseurin gibt es auf Youtube (Theater Krefeld und Mönchengladbach).

Premiere und Termine in Krefeld Die Premiere ist am 16. November um 19.30 Uhr im Theater Krefeld. Es gibt noch einige Karten (Tickets sind ab 22 Euro verfügbar), die Nachfrage ist insgesamt sehr groß. Weitere Termine sind: 20.November, 15. Dezember, 12., 26., 28. Januar, 9., 28. Februar. Das Werk wird in der italienischen Originalsprache mit deutschen Übertiteln gesungen.

Alle Informationen zur Oper „Rigoletto“, dem Ticketshop und weiteren  Infos zum Kartenverkauf für das Stück gibt es online auf der Homepage des Theaters Krefeld und Mönchengladbach unter:

theater-kr-mg.de