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Jazzattack: Vom Schlagzeug kommt zu wenig Feuer

Jazzattack : Vom Schlagzeug kommt zu wenig Feuer

Vibraphonist Mathias Haus war der Solist bei der Jazzattack-Session.

Krefeld. Sonst stehen da ja vier Musiker auf der Bühne, doch bei der aktuellen Ausgabe der Sessionreihe Jazzattack im Jazzkeller begnügte sich Reiheninitiator und Gastgeber Stefan Rademacher mit zwei Einladungen. Den in Berlin lebenden Schlagzeuger Thomas Alkier hatte er nach Krefeld gebeten, und der inzwischen in Wuppertal lebende Düsseldorfer Vibraphonist Mathias Haus war der Solist des Abends. Rademacher spielte seinen fünfsaitigen bundlosen E-Bass.

Als Grundlage für seine Improvisationen nutzte dieses Trio überwiegend Kompositionen des Vibraphonisten Haus. Die sind im Mainstream der Fusion und des Modern Jazz verhaftet, musikalisch aufregend gestaltete sich der Abend von daher weniger.

Haus ist ein virtuoser Vierschlegelspieler, kann sein Instrument vielfarbig bedienen. Rhythmische Finesse und melodischer Erfindungsreichtum ergänzen sich bei ihm in der richtigen Balance, und außerdem braucht er nicht lange, um sich warm zu spielen.

Ein wenig Anlaufschwierigkeiten hatte eher Rademacher, der zwei, drei Soli zu brauchen schien, um die Saiten seines bundlosen Basses richtig zum „Singen“ zu bringen. Mit fortschreitender Dauer gelangen ihm aber bessere Soli, die sich mit den Improvisationen von Haus gut ergänzten.

Schlagzeuger Alkier spielte überwiegend sehr dezent, begleitete fast ein wenig altmodisch und zu geradlinig. Von ihm hätte man sich gewünscht, dass er mehr eigene Energie und Ideen in die Session einbringt, um die Kollegen zu befeuern. Andererseits passte sein Stil natürlich zum Mainstream-Konzept.

Wenn diese Session einem auch nicht den Atem raubte, brauchte man sich dennoch nicht bei ihr zu langweilen. Wie bei der Jazzattack-Reihe üblich, war die Grundqualität hoch. Als Zugabe gab es dann noch den Standard „The Meaning Of The Blues“, der atmosphärisch und emotional vielleicht am schönsten gelang. Das Publikum reagierte dankbar.