1. NRW
  2. Krefeld
  3. Kultur

Tibet Küres aus Krefeld: Die Musik ist sein Leben

Talent : Tibet Küres (10): Die Musik ist sein Leben

Tibet Küres ist eines der großen Talente der Musikschule Krefeld. Der Zehnjährige beherrscht gleich mehrere Instrumente.

Ganz in schwarz steht Tibet Küres vor dem Klavier. Die gegelten Haare sind nach hinten gekämmt, die schwarze Fliege hebt sich kaum von seinem Hemd ab. Der Zehnjährige strahlt: Der Reporter ist extra für ihn gekommen. Die Blicke seiner Mutter Selma, seines kleinen Bruders Ediz und seiner Klavier-Lehrerin Barbara Rojan sind auf ihn gerichtet. Auch das Kamera-Objektiv des Fotografen, der noch ein paar Einstellungen für das perfekte Bild sucht. Als er mit dem Akkordeon posieren soll, merkt man, dass der junge Krefelder da gerade doch eine kleine Last auf seinen schmalen Armen trägt. Die Musik aber ist ihm die Anstrengung wert, das spürt man.

Tibet Küres ist ein begabter Musikschüler – und ein begeisterter dazu. Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ hat Küres zusammen mit Leonie Sinzig teilgenommen. Er am Akkordeon, sie mit der Querflöte. Zum Landeswettbewerb im März sind sie diesmal zwar nicht weiterempfohlen worden, aber das kann in der Zukunft ja noch folgen. Dass der Junge aus Lindental seine Instrumente bald aus der Hand legt, ist eher nicht anzunehmen. „Musik ist Teil des Lebens. In allem, was man macht, geht es um Musik“, sagt er, während er auf einen neben ihm stehenden Holzstuhl klopft. Geräusche und Töne entstehen eben überall.

Im Alter von drei Jahren begann Tibet Küres mit der musikalischen Früherziehung in der Musikschule Krefeld. Er durchlief die Programme Emu und Muke. Seit vier Jahren spielt der Krefelder Klavier. Das Akkordeon kam noch hinzu. Zuhause musiziert der Zehnjährige mit einigen Instrumenten, wie auch sein Bruder Ediz. Schon vor der Schule wird gespielt. 15 Minuten am Morgen sind längst Routine geworden beim Jungen, der einen aufgeweckten Eindruck macht.

Nähe zur Musikschule hat Vorteile für Familie Küres

Die Bach-Inventionen gehören zu seinem Repertoire. Klavier, Keyboard, Schlagzeug, Rasseln, Mundharmonika liegen daheim. „Wir sind gute Zuhörer“, sagt Mutter Selma. Musik liegt in der Familie. „Wir wollten ihm etwas geben, was ihn fordert. Rhythmus, Noten, Texte, das ist auch gut für die Sprachförderung. Das ziehen wir durch“, sagt sie. Die Nähe zur Musikschule habe auch einen finanziellen Vorteil gehabt: „Wir mussten nichts kaufen, konnten auf Leihinstrumente zurückgreifen.“ Sein Bruder Ediz greift zur Geige und spielt auch schon Klavier.

In vielen AGs bekam Küres immer mehr Spaß am Spiel. Im vergangenen Jahr war er mit einem Klavier-Solo bei „Jugend musiziert“, genauso wie beim Landes-Orchester-Wettbewerb. Auch in den kommenden Monaten und Jahren will er diesen Weg weitergehen: „Es geht mir aber nicht um Preise, sondern um das Spielen“, sagt er. Das klingt für einen Jungen seines Alters sehr sortiert. „Manchmal habe ich auf einem Wettkampf nach dem Spielen ein Kribbeln im Bauch, manchmal ist es mir aber auch egal.“ Viel Geduld, viel Disziplin seien notwendig.

Geübt wird vor einem Wettbewerb über Monate. Da muss auch der Schüler viel Gleichmut mitbringen, aber auch seine Lehrerin. Einmal pro Woche lernt er am Akkordeon, einmal am Klavier. Dabei bringe er viel Eigenmotivation mit: „Er ist bereit, an sich zu arbeiten“, sagt seine Klavier-Lehrerein Barbara Rojan, die Tibet als „angenehmen Schüler“ beschreibt: „Er hat viele Ideen, viel Potenzial. Er ist leicht zu motivieren“, sagt sie. Im kommenden Jahr könnte Tibet Küres beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ das Klavier vierhändig spielen, oder als begleitender Pianist in einer Gruppe auftreten. „Wir wollen ihn gerne fördern und dranbleiben“, sagt Rojan.