Theaterpremiere: Das wahre Gesicht liegt hinter der Maske

Theaterpremiere: Das wahre Gesicht liegt hinter der Maske

Die dänische Nationaloper von Carl Nielsen feiert am Samstag Premiere.

Krefeld. Karneval ist längst vorbei. Doch mit der Opernpremiere „Maskerade“ lebt die närrische Jahreszeit am Samstag noch einmal auf. Ein opulenter Maskenball steht im Mittelpunkt des Werks, das der Däne Carl Nielsen komponierte und 1906 in Kopenhagen zur Uraufführung brachte.

Dort ist das Stück bis heute populär, vergleichbar mit Mozarts „Zauberflöte“ bei uns. Auf den Spielplänen deutschsprachiger Bühnen wird es selten gespielt, erst 1993 fand die Erstaufführung in Innsbruck statt. Eine Rarität, wie das Regieteam findet. „Es ist ein komisches, aber nicht oberflächliches Stück“, sagt Regisseur Aron Stiehl.

Verpackt in eine amüsante Verwechslungskomödie, geht es um zeitlose Konflikte zwischen Alt und Jung, Tradition und Moderne. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Liebesgeschichte, die nach einigen Verwicklungen ein positives Ende findet. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei das Maskenfest, wo gesellschaftliche Gegensätze aufeinander prallen und mancher hinter der Maske sein wahres Gesicht zeigt.

Verkleiden hat auch viel mit Fantasie zu tun, da ist die Ausstattung besonders gefragt. „Wir geben der Fantasie viel Raum, es soll dabei aber alles leicht und luftig wirken“, erklärt Bühnenbildner Jürgen Kirner. Auch bei den Kostümen werde es viel zu schauen geben, verrät Dramaturgin Ulrike Aistleitner. So werden die Mitglieder des Ballettensembles, die in ausgedehnten Tanzszenen zu sehen sind, unter anderem als Hummer verkleidet sein.

Tänzerische Leichtigkeit und Eleganz charakterisiert auch die Musik. „Das Vorbild Mozart ist sehr deutlich zu hören“, so Generalmusikdirektor Graham Jackson. Trotz der Entstehungszeit im frühen 20. Jahrhundert ist es eine Art Mozart-Oper mit vielen Schattierungen. „Es ist ein Sommerstück, bunt und heiter“, fasst Jackson zusammen. Wer sich auf diese Art sommerlichen Karneval einlassen möchte, sollte sich noch schnell Karten sichern.

Premiere am Samstag, 20 Uhr. Tickets unter Telefon 805 125.