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Kultur: Theater: Im Kinderkonzert ist Mozart zum Greifen nah

Kultur : Theater: Im Kinderkonzert ist Mozart zum Greifen nah

Das Kinderkonzert „Mensch Mozart“ verschreibt sich dem Verständnis des Komponisten.

Krefeld. Gerade noch hat er eine muntere Melodie komponiert, da ist er auch schon wieder verschwunden. „Wolferl, wo bist Du?“, ruft Kiko (Paula Emmrich) verzweifelt. Da ist es dem Konzertkobold endlich gelungen, Wolfgang Amadeus Mozart als Stargast nach Krefeld zu holen, und die Niederrheinischen Sinfoniker vergraulen ihn mit lauter Musik und Donnergrollen.

Kiko ist verärgert, doch Kapellmeister Andreas Fellner kann den Komponisten besser einschätzen: „So ein Theaterdonner war ganz nach Mozarts Geschmack und die gerade gespielte Musik ist auch von ihm.“ Es ist die Ouvertüre zu seiner Oper „La Clemenza di Tito“, und diese Musik lockt den Gast erneut auf die Bühne. „Kikolino, Musik ist doch mein Leben!“, ruft Mozart (Ronny Tomiska). In seinem roten Frack und mit weißem Haarzopf sieht er wie auf den Verpackungen der Mozartkugeln aus. Auch das aus dem Film „Amadeus“ bekannte Kichern hat er perfekt drauf.

Kiko möchte mehr aus seinem Leben erfahren, doch der Komponist ist ständig mit dem Schreiben beschäftigt. „Erst ist es in meinem Kopf, dann schreibe ich es auf“ beschreibt Mozart das Komponieren. Bereits als Achtjähriger hat er seine erste Sinfonie geschrieben. „Kann man das überhaupt spielen?“, fragt Kiko das Orchester. Schöne Melodien sind die Antwort darauf.

Dass man mit Musik auch Bilder in die Köpfe der Zuhörer zaubern kann, erfährt Kiko bei dem nächsten Stück. Der tänzerische Rhythmus der Streicher und das Klingen von Schellen erzeugen die Atmosphäre einer Schlittenfahrt. Doch das Wunderkind hat noch mehr drauf. Um zu zeigen, wie man in einer Oper die einzelnen Singstimmen verbinden kann, beginnt er mit Orangen zu jonglieren. Kiko ist verblüfft: „Dieser Mensch ist wirklich sehr ungewöhnlich.“

Von Kapellmeister Fellner erfährt der Kobold, dass Mozart für seinen Lebensunterhalt auch viele Konzerte geben musste. Dass er auch da ein Virtuose war, versteht sich von selbst. Für eine Kostprobe schlüpft Pianist Michael Preiser in die Rolle Mozarts und begeistert mit dem Rondeau aus dem 12. Klavierkonzert.

Bevor Kiko ihm gratulieren kann, ist er jedoch wieder verschwunden. Mit dem frechen Lied „Bona nox“ locken Kobold und Dirigent den schelmischen Komponisten erneut an. Voller Stolz präsentiert Kiko ein Streichquintett der Sinfoniker, das mit der „kleinen Nachtmusik“ eine der berühmtesten Stücke Mozarts spielt.

Doch plötzlich wird der Komponist traurig, er denkt an seine Frau Konstanze und zieht sich erneut zurück. Diese Stimmungswechsel finden sich auch in seiner Musik, wie zwei kurze Ausschnitte aus seinen Sinfonien Nr. 26 und 38 zeigen.

Auch wenn Kiko sich mit dem Musiker immer noch nicht ausführlich unterhalten hat, aus der Begegnung hat er gelernt: „Wenn ich seine Musik höre, erzählt er mir ganz viel, Mozart ist ein Wunder!“