Kultur Theater: Helen Wendt geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Sieben Jahre ist Helen Wendt fester Bestandteil des Ensembles des Theaters Krefeld. Jetzt geht es für sie nach Oldenburg.

Kultur: Theater: Helen Wendt geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Foto: Matthias Stutte

Krefeld. Helen Wendt ist auf Wohnungssuche. Gar nicht so einfach in einer Studentenstadt wie Oldenburg. Ab sofort wird die 31-Jährige nämlich dort am Staatstheater auftreten. Sieben Jahre lang war die Schauspielanfängerin am Theater Krefeld.

Eine lange Zeit für jemanden, der frisch von der Schauspielschule gekommen ist, wie Wendt verrät: „Normalerweise sind die ersten Jahre Wanderjahre, aber mich hat es länger in Krefeld gehalten.“

Helen Wendt über ihr Vorsprechen am Staatstheater Oldenburg

In diesem Jahr war es aber Zeit für einen Neuanfang, und den wird die Schauspielerin am Staatstheater Oldenburg machen. „Ich habe mich bei vielen Häusern beworben, aber von einigen auch gar keine Rückmeldung bekommen“, sagt Wendt. So ganz neu sei ihr die Situation aber nicht, schließlich sei sie schon ein spezieller Typ: „Entweder die suchen jemanden wie mich oder nicht“, bringt es die 31-Jährige auf den Punkt.

Das Krefelder Theater hat so jemanden zur Spielzeit 2010/2011 gesucht: „Damals fingen sehr viele hier neu an, und es gab mit Matthias Gehrt einen neuen Intendanten. Das war eine spannende Zeit“, erinnert sich die Schauspielerin, die gemeinsam mit den anderen Neulingen Krefeld für sich entdeckt hat.

Heute, sieben Jahre später, steht Wendt wieder davor, eine Stadt neu zu entdecken. Dieses Mal geht es in den Norden: „Ich hatte mich bereits vor drei Jahren dort beworben, und in diesem Jahr kam auf einmal eine Anfrage.“ Als die Schauspielerin den Raum zum Vorsprechen betrat, wusste sie direkt, dass dies ihre neue Wirkungsstätte werden würde: „Ich bin in den Raum reingekommen, und es hat sich sofort richtig angefühlt“, sagt Wendt, die ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock absolviert hat.

Die Zeit in Krefeld wird die Berlinerin, deren Vater aus Mozambique kommt, in sehr guter Erinnerung behalten: „Ich hatte die Möglichkeit, meine Leidenschaft fürs Singen auszuleben, und wir haben Sprech- und Gesangsunterricht bekommen“, so Wendt über die Vorzüge des Krefelder Theaters. Auch bei ihrem neuen Engagement war es der ambitionierten Sängerin wichtig, wieder den Gesang miteinzubinden: „Ich hab’ direkt beim Vorsprechen gesagt, dass ich gerne singe, und wurde sofort mit in einen Liederabend eingebunden“, erzählt Wendt über ihre neuen Projekte. Als erste Rolle wird sie bei der deutschen Erstaufführung im Stück „Utoya“ zu sehen sein. Ein Stück über die Geschehnisse auf der norwegischen Insel. In Krefeld spielte sie unter anderem die Julia und das Gretchen. Alles bedeutende Rollen, über die Wendt sich sehr freute: „Für mein Alter durfte ich schon sehr schöne Rollen spielen.“

Konkrete Wunschrollen hat die Schauspielerin deswegen auch eher nicht. Eher einen Wunschort, an dem sie irgendwann in der Zukunft gerne spielen würde: „Ich bin ein Großstadtkind, und irgendwann mal an einem Theater in Berlin zu spielen wäre schon toll“, träumt die 31-Jährige. Jetzt geht es aber erst mal nach Oldenburg, um dort eine Wohnung zu suchen und dann voll in die Proben einzusteigen.