Theater: Aufwändige Reise in die Welt der Indianer

Theater: Aufwändige Reise in die Welt der Indianer

Das Theater Hintenlinks starteteinPilotprojekt:Dokumentartheater für Jugendliche.

Krefeld. Edler Wilder, listiger Fährtensuchen, brutaler Krieger, spiritueller Heilsbringer. Über kaum ein Volk existieren so viele Klischees wie über die Indianer Nordamerikas. "Dabei bestehen sie aus 500 kulturell ganz unterschiedlichen Nationen", sagt Peter Gu-towski vom Theater Hintenlinks.

Der Leiter des kleinen Hauses an der Ritterstraße und seine Frau Anuschka befassen sich seit Monaten mit Indianern. Ende des Monats kommt ihr Jugendstück "Eine höhere Macht" zur Uraufführung. Es soll ohne "Betroffenheitssauce" serviert werden - als dokumentarisches Stück mit fiktionalen Elementen.

Die Idee ist den beiden auf einer Ausstellung über Sitting Bull in den Sinn gekommen. "Dort habe ich gesehen, dass auch dokumentarische Themen Kinder begeistern können", erzählt Gutowski. Eine lange Recherche begann.

Eigentlich sollte die Zwangsadoption von Indianermädchen das Thema sein, doch inzwischen geht es auch um die Pilgrim Fathers und Pocahontas. Die Disney-Figur sollte als Kontrast herhalten - doch der Konzern lehnte ab. Stattdessen will Gutowski nun das Ablehnungsschreiben aus den USA an die Wand projizieren, wie viele andere Dokumente.

Um seine eigene "wacklige Suche" nach der Wahrheit zu symbolisieren, hat er die Figur der Autorin Lena erfunden, gespielt von seiner Frau. Ihr zur Seite steht die Puppenspielerin Evelyn Arndt, die mit Masken ins Stück eingreift. "Es ist ein Pilotprojekt, Scheitern ist möglich", sagt Gutowski. Aber wenn es funktioniert, soll aus all dem Material eine ganze Amerika-Trilogie werden.

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