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Theater am Marienplatz: Ein ganzer Strauß von Uraufführungen

Theater am Marienplatz : Ein ganzer Strauß von Uraufführungen

Das Theater am Marienplatz zeigt „Minidramen“ von Gerhard Rühm.

Gerhard Rühm. Immer noch. Das Theater am Marienplatz (Tam) und sein Hausherr Pit Therre verfolgen weiter ihren Plan für die Spielzeit: Sie ehren den Wiener Künstler im Vorhinein und im Nachhinein und auch dazwischen mit gleich neun Monatsprogrammen bis zum kommenden Mai, weil Rühm im Februar 2020 seinen 90. Geburtstag feiern kann. Im Dezember stehen „Minidramen“ von Rühm auf dem Programm des Tam, am Freitag, 6. Dezember, ist wie immer um 22 Uhr Premiere.

Gerhard Rühm ist Autor, Komponist, Künstler – und Vordenker. Als die Begriffe Performance und Intermedialität im Kontext Kunst noch gar nicht gedacht wurden, performte Rühm schon mit seinen Kollegen der Wiener Gruppe. Dabei wurde auch schon einmal ein Klavier zerschlagen. So geschah es 1959.

Sein Heimatland Österreich hat Rühm in den 1960er Jahren mit Publikationsverboten gedroht, 2012 hat die Österreichische Nationalbibliothek dann den Vorlass des Universalkünstlers erworben.

Das nicht gerade unbedeutende Museum Kunstforum Wien bedachte Rühm im Herbst 2017 mit einer umfangreichen Werkschau. Und selbst Falco, Österreichs prominentester Pop-Export, rezitierte in den 1990er Jahren Gedichte von Rühm.

Das Tam-Ensemble hat unter der Regie von Pit Therre 14 „aphoristische Szenen“ von Rühm einstudiert. Darunter finden sich Dramolette ohne Worte, fast immer fundamental reduzierte Dialoge und gar ein „Drama in fünf Akten“ – das aber nur wenige Minuten dauert. Den Abschluss wird die erotische Pantomime „Pygamalion und Galathea“ bilden.

Bis auf zwei Stücke wurden die Werke übrigens noch in keinem anderen Theater gespielt. Man kann also gleich einen ganzen Strauß von Uraufführungen erleben. Wo sonst, wenn nicht im Tam. kMs