Tänzer im Dschungel und im Rampenlicht

Tänzer im Dschungel und im Rampenlicht

Acht Ensembles der Internationalen Tanzmesse NRW treten in Krefeld in der Fabrik Heeder auf.

Krefeld. Zum zweiten Mal ist die Internationale Tanzmesse NRW zu Gast in Krefeld. Die Fachmesse für Experten des zeitgenössischen Tanzes ermöglicht mit ihren Aufführungen auch dem interessierten Publikum einen vielschichtigen Einblick in aktuelle Produktionen. Vom 25. bis zum 28. August findet die Messe im Düsseldorfer NRW-Forum Kultur und Wirtschaft statt, das Performance-Programm wird in den Theaterhäusern Düsseldorfs gezeigt - und eben in der Fabrik Heeder.

In 25 Vorstellungen präsentieren sich insgesamt 42 Compagnien, in Krefeld werden an drei Terminen acht Ensembles und Solisten zu sehen sein. Die Aufführungen in der Fabrik Heeder beginnen jeweils um 16 Uhr und finden vom 26. bis zum 28. August täglich statt.

Am Donnerstag eröffnet das irische CoisCéim Dance Theatre mit der Choreographie "Faun" den Vorstellungsreigen. Choreograph David Bolger nimmt für sein Sextett Bezug auf den modernen Klassiker "L’après-midi d’un Faune", mischt dabei aber die Musik Debussys mit Klängen der Rockgruppe Queen.

Danach folgt ein Solo der Ungarin Anne Réti. In "Inside Out" trägt sie innere Konflikte nach außen und bietet ein bewegendes Abbild der menschlichen Existenz. Eher heiter wird es darauf in "Hanging in There" zugehen. Die irische Legitimate Bodies Dance Company nimmt die Vertreter der politischen Kaste aufs Korn. Rhetorische Floskeln erhalten im Tanz eine komische Note.

Am Freitag startet das Programm mit dem Duo "Chinese Objects" der finnischen Choreographin Susanna Leinonen. Sie mischt die Bewegungen des klassischen Balletts mit modernen Elementen zu ihrem eigenen Stil. Im Anschluss präsentiert die Düsseldorferin Gudrun Lange ihre Performance "A Night in Front of the TV". Mit der für sie typischen Komik seziert Lange ein Stück Alltagskultur: das Zappen durch den Dschungel der Fernsehkanäle. In "Radical_Connector" untersucht die Schweizer Tänzerin Marisa Godoy die Beziehung zwischen dem unendlich scheinenden Netzwerk der Umwelt und dem Individuum.

Am Samstag schließlich gibt es noch zwei Stücke. Zunächst erforscht die Compagnie Thomas Noon Dance aus Barcelona in "Bound" das Wechselspiel von Freiheit und Einschränkung. Danach schlüpft die in Köln lebende Belgierin Caroline Simon in ihrem Solo "stück" in viele Rollen und verwebt dabei private Existenz und Bühnen-Dasein.