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Täglich grüßt das Theater Krefeld in Corona-Zeiten – übers Netz

Kultur : Täglich grüßt das Theater Krefeld – im Internet

Das Gemeinschaftstheater und die Niederrheinischen Sinfoniker bieten in der Corona-Krise ein buntes mediales Programm, so unter anderem eine heitere virtuelle Talk-Back-Show mit Jannike Schubert. Diese heißt „BackenohneMehl“.

Schon mit der gestreamten Premiere von „Rusalka“ hatte das Theater Krefeld und Mönchengladbach im Lichte der Corona-Krise einen überzeugenden und durchaus gewichtigen Akzent gesetzt. Andere Häuser in näherer Umgebung sind mit der kurzfristig eingetretenen Situation vielleicht weniger souverän umgegangen, zumindest weniger spontan und schlagfertig. Gut, in der Zwischenzeit finden sich auf den sozialen Medienkanälen der Kulturorte der Region zumeist etliche Beiträge, die den Kontakt zwischen Haus und Publikum auch in der entbehrungsreichen Zeit der verordneten Spielpause nicht abbrechen lassen wollen. Doch das Angebot unseres Theaters scheint auch hier durchaus herauszustechen, zumindest problemlos mit deutlich größeren Häusern aus größeren Städten mithalten zu können, wenn nicht in Details sogar den einen oder anderen Clou mehr in sich zu tragen.

Bei „BackenohneMehl“ gibt es Überraschungsgäste

Aber wer will schon vergleichen – wenngleich wir das gerade ja getan haben? Aber die Lehre daraus sollte sein: Auch in der Corona-Krise braucht sich unser Theater nicht zu verstecken. Also werfen wir einen Blick auf das bunte Angebot aus den unterschiedlichen Sparten, das sich über Facebook oder auch das gerade bei Jüngeren angesagtere Instagram abrufen lässt.

Vorläufiger Höhepunkt der Social-Media-Aktivitäten des Theaters ist das sonntagnachmittägliche Programm „BackenohneMehl“ mit der Schauspielerin Jannike Schubert, die aus ihrer Küche auf Instagram streamt. Schubert ist seit der Spielzeit 2018/2019 Ensemblemitglied des Theater Krefeld und Mönchengladbach und unter anderem in der „Dreigroschenoper“ zu sehen. Die Idee des neuen Formats: Schubert plaudert während des Backens – ähnlich wie bei einem virtuellen Kaffeekränzchen – mit Überraschungsgästen, die live in ihr Video zugeschaltet werden. Nach dem Auftakt am vergangenen Sonntag – ein Best-of kann man auf Instagram sehen – wird auch an den kommenden Sonntagen jeweils ab 16 Uhr gestreamt. Am 5. April, 12. April (Osterspecial) und 19. April, heißt es in der Ankündigung des Theaters.

Man darf gespannt sein, wer beim nächsten Mal virtuell zu Gast sein wird. In dem Zusammenschnitt vom letzten Mal waren schon einmal neben Philipp Sommer, James Park und der Generalintendant Michael Grosse zu sehen. Und es wirkt alles wirklich sehr unterhaltsam. Manchmal kann man aus besonderen und nicht gerade einfachen Situationen heraus durch Spontaneität auch spezielle Impulse erwachsen lassen. Selten sah man Menschen vom Theater so privat und derart direkt sich in der medialen Öffentlichkeit präsentieren. Interessant, dass eine größere Entfernung, der Verbot von Nähe manchmal durchaus zu mehr Nähe führen kann, sei es auch nur eine scheinbare virtuelle Nähe.

Werfen wir aber noch einen Blick auf das, was schon da ist: Schon seit 20. März meldeten sich die Niederrheinischen Sinfoniker auf ihrem Instagram-Kanal (instagram.com/niederrheinische_sinfoniker/), der ästhetisch sehr schick daherkommt, aus dem Home-Office mit bisweilen lustigen Videos zu Wort. Beispielsweise mit einer grandiosen Idee von María del Mar Vargas, Violine, und Robin Liebwerth, Gesang. Sie präsentierten das gewichtig bedeutungsvolle und nicht unironische Geharnischten-Duett aus der Zauberflöte mit einem alternativen, zur Corona-Krise passenden Text. Weitere Beiträge werden gewiss folgen.

Kokosnuss-Galoppieren erinnert an Monty Python

Auf dem Kanal des Theaters (instagram.com/theater.krmg) herrscht auch neben „BackenohneMehl“ ebenfalls buntes Treiben. Ob das Spamalot-Ensemble mit „Always Look on the Bright Side Of Life“, das von zu Hause aus gesungen wird. Oder mit einem wunderbar witzigen Gruß von Generalintendant Michael Grosse alias Schmierentheaterdirektor Emanuel Striese aus „Der Raub der Sabinerinnen“. Mit herrlichen, auch etwas schrägen, Beiträgen von Philipp Sommer oder Raafat Daboul – es gibt viel zu entdecken und die Beiträge werden Tag für Tag ergänzt. Ob Gesang von David Esteban oder Esther Keil oder Kokosnuss-Galoppieren in Monty-Python-Manier mit Henning Kallweit. Es macht einfach viel Freude.

Alle Infos zu den Programmen finden sich zudem auf

theater-kr-mg.de/corona/