Südbahnhof: Mit Noten auf Spurensuche

Südbahnhof: Mit Noten auf Spurensuche

Musiker aus NRW spielen Songs und erzählen den Gästen aus ihrem Leben.

Krefeld. Es sind die Spuren unterschiedlicher Herkunft, die die Gäste in den Südbahnhof führen. Über die Musik kommen sie zusammen, geraten ins Gespräch, und am Ende des Abends finden sie einen gemeinsamen Weg: den Rhythmtrail. Zum dritten Mal findet am Sonntag die gleichnamige Veranstaltung im Südbahnhof statt. Der Krefelder Schlagzeuger Waldo Karpenkiel lädt jeden Monat hochqualifizierte Musiker ein.

Die Besonderheit: Die Musiker greifen nicht nur zu ihren Instrumenten, sondern erzählen auch aus ihrem Leben. „Percussionist Poncho Valdes war im letzten Monat zu Besuch. Er hat mit 17 seine Heimat Chile verlassen und ist über die Schotterpiste bis nach Kolumbien gewandert“, sagt Karpenkiel. Die Gäste leben alle in NRW, haben aber meistens eine Migrationsgeschichte.

Auch musikalisch seien die Akteure alle unterschiedlich aufgestellt. Am Sonntag besuchen Pianist Roman Babik und Saxophonist Dimitri Markitantov den Südbahnhof. „Babik kommt aus dem Jazz, Markitantov ist in Kiew geboren und bringt von da noch einmal ganz andere Einflüsse mit“, sagt Karpenkiel. Erst stünden die Musiker mit einem Soloprogramm auf der Bühne, der Abend endete dann aber mit einem gemeinsamen Auftritt aller. „Ob Klassik, Jazz oder türkische Folklore, jeder bringt sein musikalisches Päckchen mit. Was am Ende entsteht, ist echte World Music.“ Auch Karpenkiel und der Bassist Stefan Neldner werden dann zu ihren Instrumenten greifen und die Improvisationsrunde begleiten. Für Werkhaus-Leiter Georg Dammer ist die Veranstaltung einmalig in Krefeld. „Es gibt so viele interessante Menschen hier, die auf hohem Niveau Musik machen. Karpenkiels Gäste erzählen ihre Geschichten, die Zuschauer fragen nach, und gemeinsam verlässt man auf dem Rhythmtrail den Südbahnhof.

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