"Slightly Passing Through" heißt die Ausstellung von Felix Reinecker und Alexandra Woyde

Eröffnung : Von der Idee zum Kunstwerk

Mit „Slightly Passing Through“ präsentieren die Jungkünstler Alexandra Woyde und Felix Reinecker ab Freitag ihre Bilder im Krefelder Kunstverein.

Von flüchtiger Art, die Eindrücke nicht richtig greifbar, sind die Werke der Künstler Felix Reinecker und Alexandra „Alex“ Woyde. „Slighty Passing Through“ nennen die beiden Düsseldorfer ihre Ausstellung, die sie ab Freitag, 15. Februar, im Kunstverein präsentieren. Für sie steht fest, dass zwischen ihren Werken eine „innere Verwandtschaft der Grundhaltung“ besteht. Während Reinecker verstärkt mit grafischen und verstärkten Formen arbeitet, stehen bei Woyde das Malerische und die Farben im Vordergrund.

2000 begann die Künstlerin ihren Weg im Kunst- und Germanistikstudium an der Universität Essen und erhielt in den Folgejahren künstlerische Einblicke bei Siegfried Anzinger und Herbert Brandl. 2012 konnte sie die „Salve Europa Fine Art Challenge“ in Leipzig gewinnen, und seit 2017 gibt sie an Kunststudenten der Universität Essen ihr Wissen weiter. Ihre letzte Ausstellung war „Out Of The Blue“ in der Dortmunder galerie143.

Abstraktes in einen stimmigen Zusammenhang bringen

Ihre Werke entwickeln sich manchmal in wenigen Wochen und manchmal über Jahre hinweg – weggeworfen wird kein Entwurf, sagt Woyde. Auch wenn ein Werk längere Zeit in der Ecke steht, bevor es wieder in die Hand genommen und vollendet wird.

In ihrer aktuellen Arbeit verschwimmen in einer gedeckten Farbvielfalt Hintergrund und Figuren durch breite Pinselstrichformen miteinander. Dadurch versucht die Künstlerin „das Abstrakte und das Figürliche in einen stimmigen Zusammenhang zu bringen“. Es fängt mit Farbklecksen auf der Leinwand an, die am Ende eine Atmosphäre erzeugen sollen. Auch Persönliches und Erinnerungen spiegeln sich in ihren Werken wieder.

„Der Farbwust muss in eine Dynamik, einen Rhythmus gebracht werden – er muss ein Verhältnis eingehen“, so Woyde. Im Schaffensprozess kommt es bei ihr auch oft zu Verwerfungen – ein Mann wird im Verlauf zur Frau oder eine Frontal- zur Rückenansicht.

In ihren Werken dominiert jedes Mal eine andere Farbe. Daran merkt man, welche Bilder  zeitgleich entstanden sind. So sieht man in einigen älteren Bildern, dass Woyde die Farbe Lila bevorzugt hat: „Wenn man ein Bild neu anfängt, greift man dennoch schnell alte Strukturen wieder auf – sie sind sehr massiv verankert“, erklärt sie.

Felix Reinecker ist noch nicht ausgelernt. Von 2005 bis 2015 studierte der Künstler die freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Anschluss wurde er zum Meisterschüler von Andreas Schulze und befindet sich seitdem im postgradualen Studium „Mediale Künste“ an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

Vier Stipendien konnte er bereits gewinnen, beispielsweise das „Pferdestipendium“. 2018 war im Museum Kunstpalast in Düsseldorf „Die Große 2018“ seine letzte Ausstellung.

Film und Malerei
gehen Hand in Hand

Der Künstler bringt zum ersten Mal Eindrücke seines Diplomprojektes in eine Ausstellung. Noch in der Postproduktion kann er bereits einen guten Eindruck vom Endergebnis vermitteln. Von Storyboards bis hin zu ersten Filmfragmenten – denn Reinecker zeichnet nicht nur, er erstellt aus seinen Werken auch einen Kurzfilm, und zwar durch das Abfotografieren seiner Bilder. So wie bei den Filmen der 20er Jahre, in denen die Kulissen noch gemalt wurden. Doch sollen seine Storyboards „nicht nur als Arbeitsschritte gelten, sondern auch als eigenständige Malereien funktionieren. Jedes Bild soll bewusst wahrgenommen werden. Film und Malerei gehen bei mir Hand in Hand“, so Reinecker.

Dadurch dass seine Bilder im Film bewegt werden, gewinnen sie an Ausdrucksstärke. Sie werden lebendig. Die Schwarz-weiß-Optik hat er bewusst gewählt – in Anlehnung an die expressionistische Zeit. Durch die dunkle Farbstimmung wird die Melancholie zusammen mit Einwürfen von Einsamkeit spürbar. Sich selbst hat er als Protagonisten gewählt. Sein Alltag, aber auch sein direktes Umfeld prägen die Werke. So sind beispielsweise Teile von Düsseldorf darin zu sehen. Der Künstler braucht einen Ort, an dem er sich orientieren kann und somit die unpersönliche Großstadt zu einem Ort persönlicher Begegnungen machen kann.