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Krefeld: Sinfoniker überzeugt mit Mozarts Bitte um Erbarmen

Krefeld : Sinfoniker überzeugt mit Mozarts Bitte um Erbarmen

Im ersten Chorkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker standen die „Litanei KV 243“ von W.A. Mozart auf dem Programm und die „Messe Nr.1 d-moll“ von Anton Bruckner.

Krefeld. „Miserere nobis“ — „Erbarme Dich unser“. das „Miserere“ wird immer wieder wiederholt, bildet letztlich die zentrale Aussage der Litanei, des Gebets, der Meditation. Die am Schluss eines jeden Teils der neunteiligen „Litanei“ Bitte um Erbarmen lassen eine Gleichförmigkeit der musikalischen Passagen vermuten. Nichts davon bei Mozart.

Im ersten Chorkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker standen die „Litanei KV 243“ von W.A. Mozart auf dem Programm und die „Messe Nr.1 d-moll“ von Anton Bruckner. Eine Litanei ist ein gemeinschaftliches Gebet, bei Mozart wird das „Miserere“ zu einem vielschichtigen Ausdruck.

Die Arie des Tenors „Panis vivus“ hat ihren musikalischen Ursprung in der barocken Arie, in der die halsbrecherischen Koloraturen Dramatik erzeugen, überzeugend gesungen von James Park, der Chor hatte in „Pignus futurae gloriae“ eine schwierige Doppelfuge zu bewältigen. Mozarts musikalische Phantasie verwandelt jede Phase der Litanei in eine abwechslungsreiche Bitte um Erbarmen, die eher an einen opernhaften Ausdruck und eine positive Lebensvorstellung erinnert als an ein gleichförmiges gemeinschaftliches Gebet. Bruckner komponierte in Linz die Messe Nr.1 d-moll. Verhalten, leise, aus den Streichern heraus entwickelt sich das „Kyrie“ , die gregorianischen Worte des „Gloria in excelsis Deo“ , gesungen von James Park, bildeten den Bezug zur traditionellen gregorianischen Liturgie, dieser kurzen „Einleitung“ folgte das „Gloria“, dem Bruckner ein immer wieder sich entwickelndes Crescendo aus unterschiedlichen Instrumentationspassagen hin zu mächtigen Klangräumen widmet.

Auch im „Credo“ bilden Pianissimo-Soli, das Solistenquartett mit einzelnen Solopassagen der Instrumentalisten ein intensives Miteinander mit dem Chor. Voller Energie sang der Chor die Fortepassagen, die durch Hörner, Trompeten und Posaunen noch intensiviert wurden. Bruckner führt zuletzt im Agnus Dei aus dem massiven Klangaufbau im Chor zum Pianissimo der Bitte „dona nobis pacem“ , um damit an das Pianissimo des Beginns anzuknüpfen. Hell und klar mit großem Einfühlungsvermögen sang Julia Danz, Sopran, ihre Partie, die Mezzosopranistin Agnes Thorsteins fügte ihre warme Stimme ins Ensemble, und Bondo Gogias Bass bildete das Fundament des Solistenquartetts.

Engagiert, umsichtig leitete Michael Preiser das Konzert, hob Pianissimi hervor, ließ den solistischen Passagen auch im Orchester Raum und führte den Chor zu massivem Klangvolumen und intensivem Ausdruck. Das Publikum spendete Solisten, Chor und Dirigent langanhaltenden Beifall. ubr