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Schachbrett-Summen mit dem Krefelder Oberbürgermeister

Kultur digital : Erfolgsschlager Kultomat

Neues vom Krefelder „Kultomaten“ – dem Online-Kultur-Magazin der Stadt.

Dass Oberbürgermeister Frank Meyer gerne mit Gamern zusammen ist, auch mal eine Runde zockt und, wenn er sich entscheiden würde nochmal zu studieren, die Wahl auf Theologie fiele, sind nicht etwa geheimen Mitschnitten aus dem Nebenraum einer Wahlkampfveranstaltung entnommen. Auch, dass sein erster Berufswunsch Pfarrer zu werden war und er vor einem Schachbrett sitzend summen kann und das an beste Comedy heranreicht, ließ sich bei einem entspannten Plausch – man beachte, im Schwimmbad – vernehmen. Im Alten Stadtbad.

Wir wollen nicht länger auf die Folter spannen, es dreht sich um das Online-Kultur-Magazin der Stadt „Kultomat“, das seit Anfang Juli als Ersatz für „Kultur findet Stadt“ ein sehr schön gefügtes und buntes Programm über Youtube-Videos einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. Haben wir zwar schon über das Format berichtet, so ist es nach einigen weiteren Folgen wieder an der Zeit sich die Videos anzusehen. Inzwischen sind wir am 6. August bei Folge sechs angekommen.

Im Rahmen dieses Magazins kommt es neben Rooftop-Konzerten mit Krefelder Bands, die über den Dächern der Stadt ihre Musik präsentieren, vornehmlich auch zu Gesprächsrunden im Dialog mit bunt zusammengewürfelten Paarungen. So etwa in der sechsten Folge zwischen der Kulturbeaftragten Gabriele König und Jarek Masztalerz (Tubuku). Markus „Pille“ Peerlings von der Kulturrampe traf am 30. Juli auf Peter Josteit, Kunstverein Krefeld, zuvor Julia Polziehn, Cellistin Musikschule Krefeld, auf die Leiterin NS-Dokumentationsstelle, Sandra Franz. Am 16. Juli saßen Frank Meyer und Robin Derpmann von Take TV – dem Ort in Krefeld, wo alle Zeichen auf E-Sports stehen – bei einem Gespräch zusammen.

Im Rahmen dieses Dialogs zwischen Derpmann und Meyer kam aber nicht nur das zur Sprache, dass der Oberbürgermeister die Gaming-Szene als wichtigen Bestandteil der Stadt sieht, sondern man streifte auch privatere Gedanken. Wie oben erwähnt. Die Gespräche, die im „Blauen Salon“ des Alten Stadtbads mit viel Retro-Charme aufgezeichnet werden, erhalten Impulse durch eine Roboterstimme, die Fragen an die beiden Gesprächspartner stellt. Dabei kam es übrigens auch zu der Aufgabe, die die beiden Gesprächspartner dazu ermunterte, vor einem Schachbrett sitzend sich Songs vorzusummen – als Ratespiel.

So etwas kann „Kultomat“ auch. Und im Grunde scheint sich das Format als ein schön gestalteter digitaler Verstärker für die hiesige Kultur- und Kreativszene zu verstehen. Vielleicht auch als Mittel für die Kulturmacher der Stadt, zu denen ja als Kulturdezernent auch der OB gehört, ihr Wirken auf sympathische Weise zu präsentieren. Auch ein bisschen Wahlkampf – das muss gesagt werden.

Doch lebt das Format vor allem auch von den Dach-Konzerten. Etwa von Bellas Soloauftritt mit in Krefeld handgemachter sensibler Singer-Songwriter-Musik. Mit Klängen etwa vom Duo Mirando al sur, bei der Julie Jech mit ihrer Geige Atmosphäre zwischen Tango und Caféhaus-Musik heraufbeschwor. Da gibt es in den kommenden Folgen übrigens auch noch so einiges zu erwarten. Schon aktuell mit Minor Cabinet, ab 13. August mit der Musikschule Rhythm Matters und ab 20. August mit der Musikschule Krefeld, schließlich mit DJ Theta Kavka ab dem 27. August. Es erwarten den Zuseher zudem weitere interessante Paarungen in den Gesprächsrunden und Kreative aus der Stadt stellen sich mit ihren Produkten vor. Dieser Aspekt ist sozusagen der digitale Ersatz für den Kulturmarkt, der so wie „Kultur findet Stadt“ wegen der Corona-Situation nicht wie gewohnt stattfinden konnte.

Die Folgen erscheinen jeweils an Donnerstagen und sind dauerhaft auf Youtube abrufbar. Alle Informationen und einen Überblick über die aktuellen und kommenden Folgen finden sich auf der Webseite der Stadt.

krefeld.de/de/stadtmarketing/kultomat-kultur-aus-krefeld/