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Premiere: Liebe, Sehnsucht und Tod

Premiere: Liebe, Sehnsucht und Tod

„Lachen und Weinen“ nennt Ballettdirektor Robert North sein jüngstes Werk, das am Samstag im Theater zu sehen ist.

Krefeld. Der Titel ist einem Lied von Franz Schubert entnommen. „Lachen und Weinen“ hat Ballettdirektor Robert North seinen neuen Ballettabend genannt, der am Samstag im Theater Krefeld uraufgeführt wird.

Gegensätzliche Emotionen, in Tanz umgesetzt, stehen im Mittelpunkt des Abends, der die Zuschauer nicht nur musikalisch in die Zeit der Romantik entführt. Um deren wesentliche Themen Liebe, Sehnsucht und Tod kreist die neue Choreographie des Amerikaners.

Drei zeittypische Figuren, darunter ein geheimnisvoller Fremder, treten zu Beginn auf und bilden eine Art Rahmenhandlung. „Es wird ein sehr stimmungsvoller, intimer Abend“, sagt Dramaturgin Regina Härtling.

Neben Schuberts Musik erklingen auch Stücke von Frédéric Chopin. Fünf seiner Klavierwerke bilden den musikalischen Rahmen für den ersten Teil, den North „Erinnerung“ genannt hat. Darin wird die Liebes- und Lebensgeschichte eines Paares in Form einer Rückschau erzählt. „Chopins Musik ist schwer zu vertanzen, es gibt viele Wechsel in Tempo und Rhythmus“, erläutert North. Viel leichter sei dagegen die Musik Schuberts zum Tanzen geeignet, große Emotionen verbinden beide Komponisten.

Ein Musterbeispiel dafür ist Schuberts berühmtes Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“, das North bereits vor einigen Jahren choreographiert hat. Eine komprimierte Fassung davon gibt es jetzt im zweiten Bild des Abends zu sehen.

Im dritten Teil stehen dann Schubert und seine Zeit im Mittelpunkt. Mit einer sogenannten „Schubertiade“ beschwört das Ballett die Atmosphäre der geselligen musikalischen Treffen im Wien des frühen 19. Jahrhunderts herauf. „Ich wünschte, so etwas gäbe es heute noch“, meint der Ballettdirektor dazu. Schuberts Lieder, auch aus der berühmten „Winterreise“, werden dazu live gespielt und gesungen.

Um die insgesamt gefühlvolle lyrische Stimmung zu betonen, hat North beim Tanz diesmal besonders auf fließende Bewegungen Wert gelegt, ohnehin eine Spezialität des Choreographen.

Neben den Tänzern sind diesmal auch die musikalischen Interpreten direkt auf der Bühne zu erleben. Allen voran Pianist André Parfenov, der laut North auch ein bisschen in die Rolle Schuberts schlüpften wird. Die Lieder dazu wird Bariton Rafael Bruck interpretieren, das Streichquartett setzt sich aus Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker zusammen.

Für die Ausstattung des Abends ist der britische Bühnenbildner Andrew Storer verantwortlich, der mit North schon oft zusammen gearbeitet hat. Für seine jetzige Ausstattung hat er sich von den Bildern Caspar David Friedrichs inspirieren lassen.