Orgelsommer: Das „Ave Maria“ klingt jedes Mal anders

Beim ersten Konzert de Krefelder Serie berzeugte die Sopranistin.

Krefeld. Krefelder Orgelsommer heißt eine neue Konzertreihe, die Kirchenmusiker Heinz-Peter Kortmann initiiert hat. Innerhalb von vier Wochen finden fünf Konzerte in fünf verschiedenen Kirchen statt. Den Auftakt machte am Sonntag ein Konzert für Orgel und Sopran in der sehr gut besuchten Kirche Christus-König.

Den Schwerpunkt des Programms bildeten Vertonungen des bekanntesten Mariengebets der Katholiken, des „Ave Maria“. Die Sopranistin Elisabeth Grandjean wurde an der Orgel von Joachim Aßmann (Koblenz) begleitet. Mit einigen Solostücken, überwiegend aus dem Barock, setzte er in dem geschickt aufgebauten Konzert Zäsuren zwischen den Gesangspassagen.

Allerdings nahmen diese Stücke sehr viel Raum ein. So besorgte ein Präludium von Nicolaus Bruhns den schon ausgedehnten Auftakt, der von einem opulenten dreiteiligen Stück von Bach noch deutlich übertroffen wurde. Toccata, Adagio und Fuge in C gaben dem Organisten ausführlich Gelegenheit, sein Können zu präsentieren.

Dass die überwiegend kurzen „Ave Maria“-Vertonungen dennoch einen starken Eindruck hinterließen, lag an der differenzierten Interpretation Grandjeans. Mit ihrem reifen Sopran füllte die Sängerin den Kirchenraum mit warmen Klängen.

Während man die populären Vertonungen von Bach und Schubert schon fast nicht mehr hören kann, waren die überwiegend französischen Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts eine echte Entdeckung. Marcel Duprés Version zeichnet sich durch eine zarte Schlichtheit aus, bei César Franck ist mehr Emotion im Spiel. Mehr den Charakter einer Arie als eines Gebets hat Camille Saint-Saens dem Ganzen gegeben, dementsprechend verzichtet er auch auf das letzte Wort „Amen“.

Zwei Vertonungen des „Magnificat“ setzten den Schlusspunkt, wobei das erst 1988 komponierte Stück von Carl Rütti mit seinem expressiven Charakter der Sängerin noch einmal Gelegenheit gab zu glänzen. Begeisterter Applaus.

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