Kulturszene: "Open Mic": Eine Bühne, auf der alles erlaubt ist

Kulturszene: "Open Mic": Eine Bühne, auf der alles erlaubt ist

Der 23-jährige Yannic Gerundt organisiert seit einem Jahr das „Open Mic“ im Schlachtgarten. Die Idee ist ein voller Erfolg.

Krefeld. Besser hätte es für Yannic Gerundt nicht laufen können: Bei der siebten Open-Mic-Veranstaltung im Schlachtgarten konnten sich die 13 Künstler am Sonntag über Sonnenschein und mehr als 100 Gäste freuen. Sie präsentierten fünf Stunden lang ein Programm aus Lesungen, Rock- oder Rapdarbietungen, Poetry Slam und Konzerten.

Die Grundidee der Veranstaltung, die übersetzt „Offenes Mikrofon“ heißt, ist, dass alle Künstler präsentieren können, was sie möchten. „Alle sind willkommen. Stell dich auf die Bühne und zeig, was du kannst. Die Beiträge müssen lediglich jugendfrei sein“, erklärt Yannic Gerundt, der die offene Bühne organisiert.

Damit ist das künstlerische Angebot genauso facettenreich wie das Publikum, in dem sowohl Jugendliche, als auch Familien oder ältere Menschen sitzen.

Die Veranstaltungsreihe wurde letztes Jahr von Yannic Gerundt ins Leben gerufen. Der 23-Jährige macht eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann im Schlachthof. „Wir wollten den Schlachtgarten zum Blühen bringen und das Konzept dazu habe ich entwickelt“, erzählt er.

Im Juni 2015 hat die offene Bühne ihr Debüt gefeiert, frei nach dem Motto „kann schief gehen, ist es aber nicht“, erinnert sich Yannic.

Am Anfang habe er sehr viel in das Projekt investieren müssen — beim allerersten Open Mic kaufte er noch von seinem eigenen Geld das Grillgut. Jetzt kann er sich auf ein ganzes Team verlassen: „Es geht hier um Zusammenhalt, ein Lebensgefühl und den Wunsch vieler Krefelder, die Stadt, in der sie leben, schöner zu machen“, sagt der 23-jährige Veranstalter. Auch die Künstler ohne Plattform sollen hier eine finden.

Jeden dritten Sonntag des Monats, in diesem Jahr von Mai bis September, können Künstler aus Krefeld und der Umgebung auf der offenen Bühne zeigen, was sie können. „Mittlerweile kriege ich sehr viele Anfragen. Unsere Gäste kommen von überall her“, sagt Yannic mit Stolz. „Irgendwann soll das mal ein kleines Festival werden“, sagt Yannic Gerundt.

„Ich hab einfach Lust, einen schönen Sonntag hier zu verbringen. Dabei will ich mir auch ein wenig ansehen, was Krefeld im puncto Kultur zu bieten hat und dabei entspannt in der Sonne sitzen“, erzählt Sascha Spick.

Am vergangenen Sonntag hat die Veranstaltung zum siebten Mal im Schlachtgarten stattgefunden. Für das Rahmenprogramm sorgt Johannes Floehr, der auch den Poetry Slam im Jules Papp moderiert. Großartig vorbereitet habe er sich aber nicht: „Bei uns wird Spontaneität großgeschrieben. Das macht dann auch den Reiz aus. In Krefeld gibt es keine andere offene Bühne, auf der, so wie hier, wirklich alles erlaubt ist“, erklärt er.

Dass sowohl Gäste als auch Künstler immer wieder an die Dießemer Straße kommen, freut Gerundt sehr.

Die Open-Mic-Veranstaltung soll auch in Zukunft ein fester Bestandteil im Programm des Schlachtgartens sein. „Abends, wenn dann alles vorbei ist, hat man schon mal ein Tränchen im Auge. Besonders, wenn alles so wunderschön geklappt hat wie heute“, erzählt er schmunzelnd.

Mehr von Westdeutsche Zeitung