1. NRW
  2. Krefeld
  3. Kultur

Neue Galerie: So malt China heute

Neue Galerie: So malt China heute

Der Krefelder Wolfgang Droste renovierte ein altes Haus und zeigt ungewöhnliche Kunst.

Krefeld. Ein altes "Krefelderhaus" aus der Gründerzeit und moderne chinesische Kunst. Zwei Welten treffen in dem wunderschön restaurierten Haus am Südwall 55 aufeinander. Dahinter steckt die lobenswerte Investition des Krefelder Geschäftsmannes Wolfgang Droste, der seit zehn Jahren in Hongkong lebt und arbeitet.

Vor zwei Jahren wurde er auf dem hiesigen Immobilienmarkt auf ein altes Haus am Südwall aufmerksam. Der schlechte Zustand mit bröckelnder Fassade und zugekleistertem Stuck im Inneren schreckte ihn nicht ab. Droste kaufte das um 1889 erbaute Haus, und unter der Leitung des Architekten Gerd Leyers wurde in knapp zwei Jahren ein Architekturjuwel wiederhergestellt. Die Fassade des viergeschossigen Hauses erstrahlt in Weiß, im Flur liegt noch der schöne alte Fliesenboden. Wunderbare Stuckdecken, wohin man blickt, alles ist mit viel Geschmack und sicherem Stilempfinden restauriert.

Privat sammelt Droste Kunst. So wird dieses Haus jetzt als Galerie für chinesische Kunst genutzt unter dem Namen "Pretty Land Gallery". Unterstützt wird der Hausherr dabei vor allem von seiner Frau Jiang Yi. Durch Kontakte zu einer Galerie in Hongkong und dem Fei Contemporary Art Center (FCAC) in Shanghai als Mitorganisator ist jetzt die erste Ausstellung zustande gekommen.

Zu sehen sind Arbeiten von 15 Künstlern, ein breit gefächertes Spektrum zeitgenössischer chinesischer Kunst. Es sind junge Künstler, alle Anfang 30, die mit ihren Bildern eine Welt zeigen, die nichts mit vordergründiger Exotik oder asiatischer Stille zu tun hat. Alte malerische Fabrikgebäude (Luo Ling), Flugzeuge in rosigem Licht (Yuan XiaoFang) oder serielle Fotografien von Autos (Li XiaoFei) werfen Blicke auf ein modernes, aufstrebendes China. Es gibt auch Schrilles wie die "Schweine-Serie" von Gong Xi, aber auch zarte Frauenköpfe von Guo QingLing. Mit seinen Fotocollagen verwundeter Gesichter kritisiert Man Yu die Verletzung der Persönlichkeitssphäre. Zeitgenössische chinesische Kunst in dieser Fülle hat man in Krefeld so noch nicht gesehen. In jedem Fall lohnt ein Besuch am Südwall 55 (bis 20. Oktober; di.-fr. 14-20 Uhr, sa. 11-17 Uhr).