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Name fürs Museumscafé im Kaiser-Wilhelm-Museum: Frist endet

Kunstmuseen Krefeld : Name fürs Museumscafé: Die Frist endet

Am Namenswettbewerb für das Café im Kaiser-Wilhelm-Museum kann man noch bis Montag, 15. März, teilnehmen. Aber wie wird es weitergehen?

Bis wir das Kind beim Namen nennen können, wird noch etwas Zeit vergehen. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Der offene Namenswettbewerb für das Café im Kaiser-Wilhelm-Museum (KWM) geht am Montag, 15. März, zu Ende. Mit der Verkündung des Ergebnisses kann wohl erst Ende März, Anfang April gerechnet werden. So zumindest deutet uns ein Sprecher der Stadt auf unsere Nachfrage hin an. Ohne aber einen genauen Zeitpunkt nennen zu wollen oder zu können, wann sich die Jury, die aus den Einsendungen einen Namen für das von Robert Stadler neu gestaltete Café im Krefelder Kunstmuseum ermittelt, trifft, um sich aus dem Pool der voraussetzungslos eingesendeten Vorschläge einen passenden für das Museums-Café herauszufischen. Einen offiziellen Termin für die Verkündung des Namens gibt es derzeit, Stand Sonntag, nicht. Das ist der eine Aspekt mit dem Namen des Kindes, der andere trifft mehr die übliche Verwendung der Redensart.

Café muss ein Ort der Begegnung für alle Krefelder werden

So richtig deutlich formulieren können, was man nun genau von dem neuen Café und der Namenswahl, das Zusammenspiel beider und ihre Funktion für das Museum und die Stadt hält, wird man erst können, wenn das Gesamtpaket fertig, die „Geburt“ jenes besonderen Ortes, vollzogen ist. Im Frühsommer 2021 soll es öffnen, wenn Corona es erlaubt.

Museen sind mehr denn je – das haben wir auch mehrfach schon eruiert – Orte von Begegnungen. Menschen begegnen der Kunst und vice versa. Dies ist ab Dienstag – bleibt es bei den Plänen – wieder unter sehr strengen Coronaschutzmaßnahmen bei den Städtischen Museen in Krefeld, zu denen auch die Kunstmuseen Krefeld und somit auch das KWM gehören, möglich.

Aber Museen sind auch Orte der Begegnung untereinander, von Menschen, die sich mit und durch die Kunst inspirieren lassen wollen, so in Dialoge treten oder – und das ist etwas sehr Wertvolles – durch die Kunst vielleicht sogar lernen, sich gegenseitig besser zu verstehen. Kunst hat auch einen fulminanten integrativen Charakter; für Menschen unterschiedlicher Prägung, ja für Menschen unterschiedlichen Alters, aber auch von Menschen unterschiedlicher Befähigungen.

Diese Idee von einem Museum als Ort von Begegnungen ist trotz der Öffnung weiterhin nur mit angezogener Handbremse möglich. Auch wenn die Kunstvermittler und wohl das gesamte Team des Museums um Direktorin Katia Baudin durchaus eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie selbst in digitaler Form und auch in an die Pandemie angepasster Art Wege finden, um ästhetische Diskurse in die Stadt und aus der Stadt heraus anzuregen. Sei es durch auch interaktive Angebote in digitalen Formaten oder durch so grandiose Ideen wie den Aufruf, Kunst per Post an das Museum zu schicken, um nur wenige Beispiele zu nennen. Nun zuletzt durch den partizipativen Gedanken, den Namen für das Museumscafé, der ein Ort für alle Krefelder Bürgerinnen und Bürger werden muss, durch die Öffentlichkeit vorschlagen zu lassen.

Übrigens, man kann bis Montag noch mitwirken, es gibt keine festen Vorgaben, und sicherlich gibt es viele Menschen, die eine charmante, vielleicht freche oder auch raffinierte Idee für einen Namen hätten. Sie fragen sich, wieso dies so wichtig ist? Was die ganze Mühe soll, und ob es nicht andere Dinge gibt, die dringlicher wären? Nun, diese Frage kann immer gestellt werden, wenn es um Kunst oder Kultur geht.

Eines sollte man indes nicht vergessen: Ein Museumscafé an einem Ort wie dem KWM in einer Stadt wie Krefeld kann viel mehr sein als bloß ein Café. Es kann in einem Museum, das seinerzeit von Bürgern für Bürger gegründet wurde und das in seiner Geschichte so viele Aspekte Krefelder Kulturgeschichte in sich barg und birgt, so etwas wie ein Bindeglied zwischen den Menschen einer Stadt werden, die sich für die Kultur interessieren oder neugierig sind. Ein Symbol für das kulturelle Selbstbewusstsein einer Stadt. Es ist ein identitätsstiftender Ort – und natürlich ist es zentral, ob sich eine Stadt mit dem Namen dieses Ortes identifizieren kann. Ob der Name das spiegelt, zeitgleich in der Lage ist, neugierig zu machen und dennoch auch modern zu wirken. Einfach wird die Aufgabe der Jury nicht.

Und man sollte tunlichst vermeiden, eine Entscheidung zu lange hinauszuzögern – denn das Kind braucht einen Namen. Und wenn man zu lange wartet, dauert der Identifika-
tionsprozess unnötig lange – am Ende könnte sogar Frust stehen. Sowohl langfristig als auch aktuell, für diejenigen, die darauf warten, ob ihr Name gewonnen hat, wie Schulkinder auf die Rückgabe einer Klassenarbeit hoffen. Die Lehrer, die sich viel Zeit ließen, waren immer schon nicht wirklich die beliebtesten. Daran dürfte sich nicht viel geändert haben.