Nachtfoyer: Kupsch verliert den Halt

Nachtfoyer: Kupsch verliert den Halt

Theater zeigt ein Solo von Tankred Dorst.

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p class="text">Krefeld. Anton Kupsch ist einer von den Typen, die jedermann mag: voller Humor, beliebt bei den Frauen, ein "Motivationsbolzen". Kupsch ist eine Theaterfigur von Tankred Dorst ausgedacht (Uraufführung 2001 in Göttingen). In zwei Vorführungen des Nachtfoyers im Stadttheater heute und am Samstag um jeweils 22.30 Uhr spielt Christopher Windgens diesen Mann. Siegfried Bast hat den Monolog, der sich am Ende als ein Dialog entpuppt, in Szene gesetzt. Dorsts Stücke sind oft Futter für die Schauspieler, in diesem Fall allerdings nimmt der Verlauf der Geschichte fast kafkaeske Züge an. Kupsch beginnt zu glauben, dass irgendwas nicht mehr stimmt mit ihm. Diese unartikulierten Geräusche im Hals. Der so perfekte Körper macht nicht mehr mit, beginnt sich (glaubt Kupsch) zu verformen. Irgendwann sticht er mit der Gabel auf einen Kellner ein und verkehrt mit der Freundin nur noch per Fax. In Kupsch steckt ein anderer, der raus will.

Ja, es geht um den Verlust der Identität. Die zivilisatorische Hypertrophie beginnt sich zu rächen. Regisseur Bast übrigens inszenierte erfolgreich das Mobilstück "Escape", mit dem er schon 30-mal auf Tour war in der Region. Karten unter Ruf: 805125.

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