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Musikschule: Musiklehrer Laszlo Dömötör: Zum Abschied gab es Tränen

Musikschule : Musiklehrer Laszlo Dömötör: Zum Abschied gab es Tränen

Da musste sich Musiklehrer Laszlo Dömötör gerührt die Augen wischen, als er mit vielen aktuellen und ehemaligen Schülern noch einmal auftrat.

Krefeld. Für sein Abschiedskonzert schwingt Laszlo Dömötör selbst noch den Taktstock. Sein Blasorchester füllt weit mehr als den Altarbereich der Christuskirche. Das Stück beginnt bedächtig, fast wie ein Trauermarsch, dann wird es entschieden schwungvoller. Mit einem Dankeschön beendet der Dirigent das Warmspielen seiner großen Musikerschar. Auf der Empore werden die Kameras und andere Aufnahmegeräte in Stellung gebracht. Der „Abschied für Dömi“ soll in Bild und Ton festgehalten werden. Weitere Musiker strömen herein, vor allem ältere, ehemalige Schüler von „Dömi“. Viele herzliche Begrüßungen kann man beobachten.

Musikschulleiter Ralph Schürmanns macht in seiner Begrüßung die Zuhörer auf eine Besonderheit aufmerksam: „Sie sind Zeuge einer Spezialität von Dömötör geworden: Wenn man rechtzeitig da ist, hört man das Konzert zweimal.“ Dann bedankt er sich für die 38 Jahre Dienstzeit des sehr beliebten wie erfolgreichen Lehrers: „Ich sage schlicht: Danke, lieber Laszlo. Du warst ein besonderer Glücksfall. Wir danken dir als Musikschule für alles, was du uns gegeben hast.“ Applaus und anerkennende Pfiffe hallen durch den Raum, als sich „Dömi“ seinem Notenständer nähert. „Mein einziger Wunsch ist, bitte die Begeisterung weitergeben!“ Doch das scheint längst in Gang gesetzt, unübersehbar bei den Mitgliedern des Blasorchesters — zu diesem Anlass verstärkt um eine Riesenmannschaft Ehemaliger.

Mit einem Medley amerikanischer Filmmusik reist man musikalisch über die Landkarte vom Wilden Westen über die Südstaaten mit „Vom Winde verweht“-Atmosphäre und einem bisschen Jazz aus New Orleans. Natürlich hat Dömötör das bunt zusammengewürfelte 80-köpfige Orchester im Griff, alle Einsätze und Töne sitzen, alle Musiker sind schließlich durch Dömötörs Schule gegangen. Bei „Schindlers Liste“ beweisen sie, dass ein Blasorchester auch einem solistischen Cello seinen gebührenden Raum geben kann, während sie bei der Filmmusik „Polarexpress“ unverkennbar musikalisch einen Zug durch den Kirchenraum rasen lassen.

Großer Applaus von allen inklusive Orchester und Standing Ovations vom Publikum beenden den ersten Teil des Abschiedskonzerts. Da kann der gerührte Dirigent nur noch seine Augen wischen.

Ein Saxofonquartett, eines der vielen Kammermusikensembles, das unter Dömötör entstand und Erfolge bei Wettbewerben hatte, beginnt danach erst mit einem Dank an den Lehrer für „die vielen Erinnerungen und Freundschaften, die es ohne Sie nicht geben würde“. Als Abschiedsständchen bieten die vier „Songs für Dömi“. Nach einer Umbaupause tritt die Big Band der Musikschule unter Oliver Hirschegger auf. Natürlich war der Bandleader auch Schüler von Dömötör. Er erinnert sich gut an eine Situation, als ihm sein Lehrer Noten in die Hand drückte mit der Aufforderung „Üb’ das Zeug!“ Mit der Big Band zieht er alle Register, ein voller Sound und Soli, die zu begeistertem Zwischenapplaus führen — bei Dömi hat man es gelernt. Der Lehrer an der Schwelle zum Ruhestand lässt sich nicht überreden, die Band noch mal zu dirigieren. Er meint, sie könne ohne ihn genauso gut spielen.

Als Überraschung bekommt Dömi noch einen klingenden Abschied von einem Spontanorchester, das erst am Mittag geprobt hatte. Der Ungarische Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms, arrangiert für Klarinetten und Saxofone, beschließt schwungvoll das Konzert. „Ich danke Euch! Die Überraschung ist gelungen!“