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Museums-Drive-in in Krefeld: Mit geschlossenem Fenster?

Kommentar : Museen zum Abfahren

Der einmalige Drive-in des Museums Burg Linn und des Deutschen Textilmuseums ist eine grandiose Idee. Doch gibt es Rahmenbedingungen, die, bei allem Verständnis für Hygienebestimmungen, Absurditäten des Infektionsschutzes deutlich machen.

In Linn, dort wo sich sowohl das nach der Burg benannte Museum, als auch das Deutsche Textilmuseum befinden, wird es für einen Tag einen Museums-Drive-in geben. Das heißt, Besucher können mit dem Auto an Exponaten vorbeifahren, sich Ausstellungsstücke erklären lassen; dies unter sehr strengen Hygienevorkehrungen. Grandios!

Freilich, die Idee ist schon ungewöhnlich, vielleicht ein bisschen auch genährt von einem gewissen Trotz. Denn dieser Museums-Drive-in für einen Tag, es ist der 22. November, der Totensonntag, was fast auch schon symbolisch zu werten ist, kann eigentlich nur ein Signal sein. Ein Statement, dass sich die beiden Museen von dem Virus und den durch den Infektionsschutz vorgeschriebenen oft sinnigen Regeln nicht unterkriegen lassen.

Man handelt ganz korrekt mit Genehmigung der Stadt, der Ämter und im Rahmen der NRW-Coronaschutzverordnung. Autokinos und Autotheater und „ähnliches“, dazu zählt man sich selbst, sind erlaubt. Aber: Mit bis ins Unverständliche gesteigerter Vorsicht von Ämtern, die das zwar nach wahrscheinlich langen Verhandlungen möglich machen, aber nur unter Bedingungen, die mehr als übertrieben scheinen. Keine Fußgänger  und keine Fahrradfahrer? Das kann man vielleicht bei einem „Drive-in“ noch verstehen. Doch dass auch Autofenster geschlossen bleiben müssen?

Das beweist erneut: Kultur wird besonders streng unter die Lupe genommen. Somit taugt die Aktion nicht nur, um auf die Museen aufmerksam zu machen, sondern auch auf Absurditäten eines überdrehenden Infektionsschutzes.