1. NRW
  2. Krefeld
  3. Kultur

Mitten aus dem Leben erzählt

Literatur : Mitten aus dem Leben erzählt

Wilhelm Rennebaum hat ein Buch mit Kurzgeschichten herausgebracht

Den Niederrhein kennt Wilhelm Rennebaum wie seine Westentasche – wie er selber sagt. Daher sind auch die Handlungen und Charaktere seines neuesten Buches wieder in seiner geliebten Heimatregion verortet. Nach zwei Romanen hat der Autor nun eine Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlicht.

Auf 160 Seiten findet der Leser elf in sich abgeschlossene Geschichten über alltägliche Situationen, die durch eine unerwartete Wendung am Ende doch nicht so alltäglich sind. „Für mich war es eine neue Herausforderung, ein Buch mit Kurzgeschichten herauszubringen“, erzählt Wilhelm Rennebaum. „Nach meinen beiden Romanen habe ich mich nun einmal einem ganz anderen Genre gewidmet.“

„Vieles aus meinen Geschichten
habe ich selbst schon erlebt“

Inspirationsquelle für seine Erzählungen ist das Leben. „Ich beobachte gerne und achte auf alles, was um mich herum passiert. Vieles aus meinen Geschichten habe ich selbst schon erlebt“, so der Autor. Zum Beispiel habe er als kleiner Junge sehr gerne Zeit bei seinen Großeltern verbracht.

Der Großvater war Schuhmacher, die Großmutter hatte ein eigenes Schuhgeschäft. „Mein Großvater war ein wunderbarer Geschichtenerzähler“, erinnert sich der Autor. „Seine Geschichten, die er erfand, waren für mich das Größte. Es ist vor allem seine Schuld, dass ich heute schreibe.“ Das Schuhgeschäft der Großmutter von damals ist heute Schauplatz der Geschichte „Neunzehnhundertvierundfünfzig“.

Die Charaktere:
Menschen von nebenan

Rennebaums Erzählungen sind mitten aus dem Leben gegriffen, der Buchtitel „Mittendrin“ ist daher treffend gewählt. Schicksalhafte Begegnungen spielen eine große Rolle, oft mit einer Prise Humor versehen, was in Zeiten von Corona gut tun kann, wie der Autor sagt. Die Charaktere: Menschen von nebenan. Neben dem kleinen Jungen, der sein erstes Unternehmen im Schuhladen der Großmutter gründet, ist da der junge Mann, der eine verrückte Studentin kennenlernt, die drei Senioren, die im Alter nochmal ein Start-up gründen wollen, oder das Ehepaar, das von Düsseldorf an den Niederrhein zieht. Lebendig geschrieben mit liebenswerten Charakteren bereitet es Freude zu lesen.

„Meine Kurzgeschichten haben alle einen optimistischen Unterton“, so Rennebaum. „Mir geht es darum zu zeigen, dass das Leben manchmal schon schwer sein kann, aber es ist auch das größte Glück, das wir haben.“ Die enthaltene Botschaft lautet: Mach’ was aus deinem Leben, traue dich. „Das gilt auch noch für Menschen in meinem Alter“, sagt der 74-Jährige. „Man kann auch als Senior noch die Ärmel hochkrempeln und etwas erschaffen.“

Bestes Beispiel dafür ist der Autor selbst, der erst im Ruhestand damit begonnen hat, Bücher zu veröffentlichen. Gelesen und geschrieben hat er schon sein ganzes Leben gern und viel. Die zweite Botschaft des Buches ist daher die Liebe zu Büchern und die Aufforderung zu lesen. „Bücher sind Kulturgut“, sagt der Bockumer. „Wenn man sie öffnet, purzeln die Geschichten heraus.“