Mit Waldo Karpenkiel in die 70er

Mit Waldo Karpenkiel in die 70er

Das Krefelder Bandprojekt Too Funky begeisterte im Kulturpunkt mit Funk-Musik.

Krefeld. Um es kurz zu sagen: Ruhestand kann der natürlich nicht. Waldo Karpenkiel, inzwischen 67 Jahre alt und in Krefeld und weit darüber hinaus schon seit den 1960er Jahren als Schlagzeuger aktiv, hat sich eine Taschenbuchausgabe seiner in den 1980er-Jahren erfolgreichen Rock-Jazz-Big-Band Supersession zusammengestellt.

Foto: Andreas Bischof

Too Funky nennt er das Projekt, das mit sechs Musikern auskommt, anstatt wie Supersession mit über zehn. Im Kulturpunkt der Friedenskirche war die 2014 gegründete Band am Freitag zu hören, ein Heimspiel für Karpenkiel, zu dem die Fans zahlreich erschienen.

Saxophonist Klaus Dapper hat mit Karpenkiel schon in den 1970er-Jahren in der legendären Band Kollektiv zusammengespielt und gehörte auch zur Supersession. Dapper ist wie Karpenkiel Jahrgang 1948. Auch Keyboarder Jürgen Magdziak war schon bei der Supersession dabei. Das aktuelle Lineup komplettieren Andreas Hammen an der Posaune, E-Gitarrist Sebastian Dörries und Bolle Diekmann am E-Bass.

„Too funky“ — also „zu funky“ — musste man das dargebotene Material jetzt nicht unbedingt finden. Aber man kann sagen: Es war angemessen funky. Stücke aus dem Repertoire der legendären Band The Crusaders oder vom E-Gitarristen Cornell Dupree, eine Eigenkomposition von Karpenkiel, ein Stück des inzwischen verstorbenen Supsersession-Gitarristen Martin Gorenz waren zu hören. Ausflüge ins Jazz-Repertoire machten die Musiker mit „Goodbye Pork Pie Hat“ von Charles Mingus und dem „Freedom Jazz Dance“ von Eddie Harris.

Too Funky bewegt sich also stilistisch in den 1970er-Jahren, wobei die Herangehensweise eher rockig als funky ist. Das liegt an Karpenkiel selbst, der zwar Funkrhythmen spielt, dabei aber rockig-geradlinig zu Werke geht. Und das liegt an Sebastian Dörries. Der E-Gitarrist spielt ein „fettes Brett“, will sagen: eine sehr rockig-rotzige Solid-Body-E-Gitarre — natürlich eine Stratocaster — und war damit beim Konzert der auffälligste Solist.

Dappers Tenorsaxophon klang manchmal ein wenig zu weich, um funky zu klingen, seine Soli kamen in Wendigkeit und Ideenreichtum aber Dörries‘ Spiel am nächsten. Es gab viel Applaus für eine insgesamt kompakte Band, die Fans waren für das groovige Revival dankbar.