Miss Piggy beim "Dirty Dancing"

Miss Piggy beim "Dirty Dancing"

Nena, Nicole und die Muppets — die 80er Jahre halten bei einer Revue Einzug ins Theater hintenlinks.

Krefeld. Wenn Schweinedame Miss Piggy mit Kermit dem Frosch zum bekanntesten Liebeslied aus dem Film „Dirty Dancing“ tanzt, dann ist das gewissermaßen eine Form von geballtem 80er-Jahre-Gefühl. Und wenn Nicole, Nena, Rio Reiser gemeinsam mit Kool and the Gang, Cyndi Lauper und Madonna in einer Show auftreten, dann ist das die neue Musik-Revue „Popper, Punker und Yuppies“ des Theaters hintenlinks, die am kommenden Freitag Premiere feiert.

Zum ersten Mal geht die Kleinkunstbühne in der Alten Brotfabrik ein solches Musik-Stück an. „Musik als dramaturgisches Element haben wir natürlich immer schon gehabt“, sagt Theater-Chef Peter Gutowski, „aber wir haben zum allerersten Mal überhaupt einen Verstärker im Einsatz.“ 80er-Musik ohne solchen Wums, das ginge auch nicht.

Gutowskis Frau Anuschka schlüpft mit ihrer Kollegin Caroline Leisau in originale oder originalgetreue Neon-, Tigermuster- oder Plüsch-Outfits. „Das wahrscheinlich außergewöhnlichste Stück ist eine Ski-Jacke meiner Mutter, die sie damals trug und fast nicht hergeben wollte, weil sie damit noch immer im Garten arbeitet“, sagt Anuschka Gutowski lachend, die — als Jahrgang ‘68 — auch ihre eigenen alten Sachen für die Revue-Kostüme durchforstete.

Die Geschichte, die die vielen unvergessenen Melodien, Texte und Ereignisse der Show miteinander verbindet, ist schnell erzählt: Drei Außerirdische vom Planet of the Eighties (Planet der 80er) kommen auf die Erde, um denjenigen zu finden, der sie in ihrer Heimat am besten in Sachen 80er beraten kann. Denn in ihrem Space-Shuttle ist nur Platz für einen weiteren Mitreisenden. Um den Platz bewerben können sich die Theater-Besucher. Denn es wird immer wieder kleine Quiz-Blöcke geben, in denen die Zuschauer ihr Geschichts-, Musik- oder Filmwissen beweisen können.

Der dritte Außerirdische ist Musiker Bastian Vogel, der an E-Piano, E-Gitarre und Akustikgitarre die entsprechende Untermalung für die mal mehr, meist aber weniger ernst gemeinte Neuauflage der 80er-Lieder zu bieten hat. „Wir haben dabei gar nicht versuchen wollen, das etwa perfekt zu covern“, sagt Peter Gutowski. „Es gibt auch einfach Dinge, die kann man einfach nicht ohne Ironie betrachten, beispielsweise bei ,Ein bisschen Frieden’ von Nicole kann man nichts verklären“, sagt seine Frau.

Alle hätten „sehr viel Spaß bei der Produktion gehabt, jetzt hoffen wir, dass sich dieser Spaß auch transportiert“, sagt die Schauspielerin. Bei den Vorbereitungen sei man im Team „auf so viele Gags gekommen, dass es fast schon schwierig war, eine Auswahl zu treffen“.