Kolumne: Mikhel Kütson zum Ausklang

Kolumne : Mikhel Kütson zum Ausklang

So wie die Spielzeit 2017/18 neigt sich auch wieder ein akademisches Jahr dem Ende zu. Die Niederrheinischen Sinfoniker möchten mit dem letzten Sinfoniekonzert der Saison einen musikalischen Gruß an die Bildungseinrichtungen schicken: Mit Johannes Brahms’ „Akademischer Festouvertüre“ danken wir besonders den Musikschulen, aus denen die Preisträger des orchestereigenen Wettbewerbs „Bühne frei“ kommen.

Mit Josephina Lucke (17 Jahre, Klavier), Philipp A. Frings (13 Jahre, Klarinette), Malte Linder (15 Jahre, Trompete) und Jan Christopher Heßling (15 Jahre, Gitarre) haben wir wieder vier hervorragende junge Musiker gefunden, die dieses Jahr mit unserem Orchester ihr Debüt feiern. Am Dienstag, 3. Juli, im Krefelder Seidenweberhaus und am Mittwoch, 4. Juli, im Theater Mönchengladbach spielen die jungen Solisten Werke von Arensky, Weber, Arutjunjan und Vivaldi.

Dass auch Meister immer weiter lernen, zeigt uns Arnold Schönberg, der seine Orchestrationsfertigkeiten an Bearbeitungen älterer Meister wie Georg Friedrich Händel verfeinerte. Sein Streichquartett-Konzert nach Händels Concerto Grosso op. 6 bietet dem Vitus-Quartett, bestehend aus Chisato Yamamoto, Johanna Brinkmann, Richard Weitz und Raffaele Franchini reichlich Möglichkeit, musikalisch zu glänzen. Allesamt Musiker der Niederrheinischen Sinfonikern gab sich das Ensemble aus Verbundenheit zur musikalischen Heimat den Namen des Schutzpatrons der Stadt Gladbach.

In der 2. Sinfonie von Ludwig van Beethoven überwiegt ein frischer, jugendlich-kraftvoller Ton, obwohl der Komponist schon unter seiner beginnenden Ertaubung litt. Kurz nach Beendigung der Sinfonie machte er sich im so genannten „Heiligenstädter Testament“, einem nie abgeschickten Brief an seine Brüder, über seine fortschreitende Krankheit Luft: „Es fehlte wenig, und ich endigte selbst mein Leben. Nur sie, die Kunst, sie hielt mich zurück.“ So ist es eigentlich ein Wunder, dass wir in dem Werk einen humorig-witzigen Komponisten hören, der das geistreiche Spiel mit überraschenden Stilwechseln und Affektsprüngen perfekt beherrscht.

“ Dienstag, 3., und Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, Seidenweberhaus Krefeld 4. und 5. Juli, 20 Uhr, Theater Mönchengladbach; Einführung jeweils um 19.15 Uhr

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